Neue Platten

Baden Powell - Baden Plays Vinicius

Genre: Bossa/Jazz
Label:Naïve (Indigo)
CD, VÖ: - 22.09.2006

Große Gitarristen werden wohl nie aussterben, auch wenn sie schon tot sind. Tolle Weisheit, das, aber so ist es nun mal. Baden Powell gehört zwar seit dem April 2000 nicht mehr zu den Lebenden dieser Welt, aber dafür wird ihn sein Ruf als „der“ Gitarrist Brasiliens für Ewigkeiten begleiten. Kurz vor seinem Tod hat er noch einmal ein exzellentes Meisterwerk eingespielt. Aufgenommen in Rio de Janeiro und produziert von seinem Langzeitproduzenten Armando Pittigliani. Acht Solostücke aus dem Repertoire, das er einst zusammen mit seinem musikalischen Blutsbruder Vinicius de Moraes kreierte, machen noch einmal deutlich, wie gefühlvoll und virtuos man mit sechs Gitarrensaiten umgehen kann. Sambas und Bossas in klarer spartanischer Simplizität, melancholisch und doch voller Feuer. Freilich eignet sich kaum ein Stück (wenn überhaupt irgendeins) als feuchtfröhlicher Partykracher, wie man es eigentlich von der brasilianischer Mentalität her gewohnt ist. Powells Art, die Menschen zu berühren, beschränkt sich einzig und allein auf die Kraft der stillen Akustik. Andacht und Bewunderung ist das Gebot der Stunde, wenn sich beispielsweise aus dem Reich der gedankenverlorenen Improvisation die „Samba de Benção“ zu erkennen gibt oder mit „Só Por Amor” die Violão des großen Meisters unvergleich zärtlich klingt. Das was Baden Powell auf seinen mehr als fünfzig Alben hinterlassen hat, dürfte mehr als genug sein, ihn als unsterblich in die ewigen Jagdgründe der großen Musikheroen eingehen zu lassen. Und dieses, sein letztes Album, rangiert dabei sicherlich ganz weit vorne.

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