Neue Platten

Transsylvanians - Fél és Egész

Genre: Alternative Folk
Label:Westpark (Indigo)
DoppelCD, VÖ: - 08.01.2007

Auf der Suche nach sogenannter „Innovation” geht manche Band gar seltsame Wege, die nicht selten als Entgleisung bezeichnet werden müssen. Die Transsylvanians, eine deutsch-ungarische Formation zwischen Folk, Punk und Rock ’n’ Roll, haben wieder einmal bewiesen, daß aus guten Vorsätzen schnell peinlicher Murks werden kann, wenn man besonders einfallsreich sein will. Trotz „Teufelsgeiger” und „Bassistin mit Engelsstimme“ hat die „Partyband“ zwischen Bartók und Hendrix so ziemlich alles übertrieben, was zu übertreiben ist. Zumindest auf dem ersten Teil ihrer neuen Doppel-CD. Gute 44 Minuten lang wird da gebollert, gepoltert und gedröhnt was das Zeug hält ohne Rücksicht auf Verluste. Denn mit Qualität hat dies ziemlich wenig zu tun. Eher mit pubertärer Garagenmentalität auf dem Niveau russischer Rockbands der 80er. Freude beim Zuhören will da keine aufkommen, auch wenn man sich die Mühe macht, Teil eins in seiner Gänze durchzuhören. Nur ganz selten (vielleicht gerade noch bei dem 4. Track) hat man das Gefühl einer halbwegs geglückten Symbiose zwischen Folk und Hardrock. Der Rest ist für die Tonne, substanzlos und mau. Besser ist da schon Teil 2, wo es schienbar mehr nach der Pfeife von Isabel Nagy geht und die etwas folkigere Seite der Band zum Tragen kommt. Erst da merkt man, daß die Band auch musikalisch sein kann, ein Gespür für Melodie und Harmonie hat und wo die Wurzeln liegen. Schade daß man dem potentiellen Käufer im ersten Teil dieser CD mit einer außerordentlich platten und vordergründigen Anbiederung an den vermeindlichen Publikumsgeschmack die Lust nimmt, den zweiten Teil unvoreingenommen zu konsumieren. Mir ist jedenfalls die Lust auf diese Band gründlich vergangen.

www.transsylvanians.de