Neue Platten

Tin Hat - The Sad Machinery Of Spring

Genre: Osteuropa
Label:Hannibal/Ryko (Rough Trade)
CD, VÖ: - 12.02.2007

Einen etablierten Namen zu verändern, kann problematisch sein. 8 Jahre lang bürgte das Tin Hat Trio aus Californien für wunderbare Musik zwischen Americana, Osteuropa, Kammermusik und Jazz. 2004 stieg Akkordeonist/Pianist Rob Burger aus und da war es nur noch ein Duo, aus dem aber im Nu wieder ein Quintet wurde. Langzeitgefährtin Zeena Parkins (Harfe) ließ sich als Vollzeitmitglied überreden und Ara Anderson (Trompete/Keyboards) sowie Ben Goldberg (Klarinette) kamen neu hinzu. Das Wort „Trio“ verschwand, die alte Web-Adresse blieb. Und auch der Sound hat sich nicht spektakulär verändert. Nach wie vor widmet sich die Mannschaft um Gitarrist Mark Orton und Geigerin Carla Kihlstedt der osteuropäisch/jüdischen Tradition und man hat sich diesmal vom polnischen Schriftsteller und Künstler Bruno Schulz inspirieren lassen. Das amerikanische Element trat zusehends in den Hintergrund. Das Ergebnis ist (wie auch auf allen bisherigen Alben nachzuhören) wie immer einzigartig in Komposition und Klang. Durch Erweiterung zum Quintet klingt alles nun wesentlich kompakter und dichter, die Verwurzelung in osteuropäischer/jüdischer Kultur ist fester geworden. Deswegen aber nun von einer versteckten Annäherung an Klezmer-Strukturen zu sprechen, wäre falsch. Tin Hat interpretieren den Osten auf eine ganz eigene und für eine amerikanische Band sehr harmonische und erstaunlich einfühlsame Art. Der Weggang von Rob Burger ist sicher ein großer Verlust gewesen, aber dank der personellen Aufstockung hat die Band nun die Chance zu einem Neuanfang bekommen und den hat sie bestens genutzt.

www.tinhatrio.com