Neue Platten

Lyambiko - Inner Sense

Genre: Jazz
Label:Sony (BMG)
CD, VÖ: - 16.02.2007

Zugegeben: eine schicke Erscheinung ist sie schon, die Tochter einer Thüringerin und eines Afrikaners aus Tansania. Eine fesche Hülle kann auch im Jazzbusiness durchaus von Vorteil sein. Und wenn man bereits das dritte Album unter den Fittichen von Sony/BMG herausbringt, dann muß wohl was dran sein an Lyambiko. Jedoch Vorsicht ist geboten. Nicht alles was in einem maßgeschneiderten Hosenanzug steckt und groß promotet wird, hat auch das Zeug, eine Jazz-Queen zu sein, denn als solche wird Lyambiko seitens ihrer Plattenfirma schon eine ganze Weile gehandelt. „Inner Sense” ist nun aber nicht unbedingt eine Platte von Weltklasse, eher eine im guten Mittelfeld. Das liegt nicht nur an Lyambikos Stimme, die zwar auf den ersten Höreindruck ganz passabel klingt, auf den zweiten allerdings manchmal etwas knödelig, künstlich und angestrengt wirkt. Es liegt vielleicht aber auch an der Begleitband, bestehend aus Bass, Drums und Piano, denn die drei Musiker gehen zu keiner Zeit so richtig aus sich heraus, geschweige denn sie präsentieren Ideen, um die sie andere beneiden würden. Oder liegt es daran, daß beispielsweise die Coverversionen aus dem Pop-Bereich, deren man sich hier annimmt (Look into the Sun / Jethro Tull und Somebody To Love / Queen), nicht gerade als besonders gelungen gelten können? Vor allem Pianist Marque Lowenthal honky-tonkt sich da mehr recht als schlecht durch den Notenwald von Ian und Freddie. „Inner Sense” ist also sicher kein grundschlechtes Album, hat aber auch nicht unbedingt das Zeug zum Knaller. Hausmannskost im Schicki-Restaurant halt.

www.lyambiko.com