Neue Platten

James Brown - Dynamite X

Genre: Funk/Dance
Label:Senator Music/Couch Records (Edel)
CD, VÖ - 09.03.2007

Schon zu Lebzeiten wurde das Material von James Joseph Brown, Jr. ja fleißigst und nach allen Regeln der Kunst wiederverwertet, reinterpretiert und ausgeschlachtet, jetzt nach dem Tod des Godfather of Soulfunk wird es sicher noch dicker kommen. Eine geballte Ladung Recyceltes kommt da schon mal aus Österreich, einem Land, das Mr. Dynamite in seinem Schulatlas vermutlich nicht ohne weiteres auf Anhieb hätte einkreisen können. Aber wie wir wissen, sind die Ösis ja trotzdem profunde Kenner der einschlägigen Dancefloor-Szene, sei es Lounge, Club oder Alternative und haben daher durchaus die Lizenz zum Posthumisieren. Und das Couch-Label allen voran. Der Gedanke, mal alte James-Brown-Knaller ordentlich aufzumöbeln, respektierlich zu remixen und auf den heutigen Stand der Club-Szene zu bringen, war sicherlich kein schlechter. Nur ist da eben die bange Frage nach einer glücklichen Umsetzung. Gottseidank hat das hingehauen. Sehr gut sogar. Wer allerdings die Experten im einzelnen sind, die da ihre Finger an die 11 bzw. 8 James-Brown-Klassiker gelegt haben („Call me superbad”, „Give it up or turn it loose” und „Soul Power” werden zweimal bearbeitet), bleibt oft im Dunkeln. Dzihan & Kamien oder Cornelius kennt der halbwegs bewanderte Kenner. Aber Akas wie „Co-Fusion”, „Captain Funk“ oder „Cay Taylan” bleiben, auch wenn sie angeblich internationales Format haben, erst mal für uns Schall und Rauch. Die Substanz: Wie schon gesagt: Erstaunlich gut bis extra-klasse, auf jeden Fall extrem funky, ganz so, wie es James sicher gerne abgenickt hätte. Von Latin Boogaloo-Style bis Extrem-Sampling, von Hick-Hack-Funk bis Bigband-Soul, von relaxtem Schleicher bis zum Heimwerker-Bastel-Track. Aber das wichtigste: das legendäre James-Brown-Feeling wird überall gut eingefangen bzw. konserviert und das ist ja schließlich das wichtigste.

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