Neue Platten

Rabih Abou-Khalil - Songs For Sad Women

Genre: Ethno-Jazz
Label:Enja (Soulfood)
CD, VÖ: - 16.03.2007

Eigentlich ist der in München lebende Libanese Rabih Abou-Khalil ja kein Kind von Traurigkeit. Das erfährt man spätestens dann, wenn man auf einem seiner Konzerte den Geschichtchen und Anekdoten lauscht, die er zwischen den einzelnen Stücken immer wieder gerne von sich gibt. Das ist aber eben nur die eine Seite des meisterhaften Oud-Spielers aus dem Nahen Osten. Die andere ist herkunftsbedingt und daher von einem gewissen Seelenschmerz gekennzeichnet. Mit anzusehen, wie die alte Heimat immer wieder in Schutt und Asche versinkt, man dort politisch sicher auch in absehbarer Zeit auf keinen grünen Zweig kommen wird, macht nachdenklich und betrübt. Insofern spiegelt Rabih Abou-Khalils neue Platte auch die latent vorhandene Melancholie wider, in der er sich vor allem musikalisch immer wiederfindet. Verstärkt wird dies auf „Songs For Sad Women” noch durch die Zusammenarbeit mit dem armenischen Duduk-Spieler Gevorg Dabaghyan, mit dem sich Abou-Khalil 7 umfangreiche Zwiegespräche liefert, die in ihrer Emotionalität von beeindruckender Aussagekraft geprägt sind. Begleitet werden beide hier noch von einem altertümlichen Bass-Instrument sowie einem Schlagzeug. Beeindruckend, wie hier vier exzellente Musiker zu einer klanglichen Einheit verschmelzen. Auch wenn hier und da in den Songtiteln die Macho-Allüren eines arabischen Charmeurs durchschlagen („Mourir pour ton decolleté”, „ Best if you dressedd less” oder „Para o teu bumbum), so kann man der Musik selbst diesen leisen Vorwurf keinesfalls machen. Die ist ohne Zweifel geprägt von einer wohltuenden Eleganz und schwebt gekonnt zwischen Jazz und Weltmusik.

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