Neue Platten

Mexican Boleros - (V. A.)

Genre: Retro Boleros
Label:Trikont (Indigo)
CD, VÖ - 30.03.2007

Boleros – die mexikanischen Schmachtfetzen der 30er Jahre – waren vor allem zuerst einmal die Fahrstuhlmusik der damaligen Bordelle. Später etablierten sie sich weltweit bis hin in die Konzertsäle von New York und Buenos Aires. Trikont hat nun die 20 besten Exemplare dieser Gattung wiederveröffentlicht. Stars wie Agustin Lara, Toña la Negra oder Pedro Vargas werden wieder lebendig und vermitteln einen Eindruck davon, wie es einst in Spelunken, Freudenhäusern und Tanzpalästen zwischen 1927 und 1950 zugegangen ist. Zwar war der Bolero aus dem Gedanken geboren, den bis dahin vorherrschenden „Kunstliedern” etwas Neues, etwas Anderes entgegenzusetzen, aber aus heutiger Sicht kommt einem das, was uns da wie aus einem Grammophontrichter kratzig und knisternd entgegentönt, vermutlich genauso schnulzig vor, wie Agustin Lara die damalige, vorherrschende Musiklandschaft. Er war es dann aber auch, der den Bolero und seine neuen Künstler weltweit bekannt machte. So zum Beispiel die Geschwister Aguila, das „beste Duett“ Amerikas, oder Pedro Vargas, der einstige indianische Bauerntenor aus Guanajuato. Schwüle und sich verzehrende Liebesromantik trieft aus jedem dieser Boleros wie Öl aus einer zu fettigen Lasagne. Wie singen doch die beiden Opernstars Carlos Mejia und Margarita Cueto auf „Nunca”: „Ich weiß, dass ich niemals deinen Mund küssen werde, deinen lodernden purpurnen Mund …” – eine Ritualmusik für die triebunterdrückten Geschlechter der damaligen Zeit, wie es Stefan Wimmer, der Urheber dieser Compilation, ausgedrückt hat.

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