Neue Platten

Telmary - A Diario

Genre: Cuban HipHop
Label:DM Ahora Records (Indigo)
CD, VÖ: - 23.04.2007

Dass in Kuba nicht nur alte Herren vor den Mikrophonen posen und sich international auf den Brettern der Welt präsentieren, sondern sich auch immer mehr die jugendlichen Jahrgänge ins Rampenlicht drängeln, liegt sicher nicht nur daran, dass man auf der Zuckerrohrinsel am Rande zu einem neuen Zeitalter steht, sondern dass auch dank der Alten die Jungen mittlerweile ein ordentliches Selbstbewußtsein erlangt haben. Und dabei wiederum ist in zunehmenden Maße festzustellen, dass auch die Damenwelt die Zeichen der Zeit aus ihrem Blickwinkel interpretieren und darstellen wollen. Eine von ihnen ist Telmary Diaz, eine Kubanerin der ganz jungen Generation, die vom HipHop zwar geprägt, aber trotzdem nicht vollkommen vereinnahmt worden ist. Ihr Album „A Diario“ ist folglich auch kein reinrassiges Rap-Album, sondern ein vielschichtiges Konglomerat aus Kubas weit gefächerter Musik-Schatulle, angereichert mit internationalem Flair. Afro-kubanisches, Hispano-Rock, Flamenco, HipHop, Techno, Trova, Rumba – all dies verarbeitet Telmary in ihren Songs. Eine gewagte Mischung, die aber dank der Ausgewogenheit und der abgelegten Scheuklappen erstaunlich gut funktioniert. Traditionelle Soneros, poppige Background-Chöre und Sprechgesang in ein und demselben Song mögen manche vielleicht für undenkbar halten, bei Telmary klappt das aber problemlos. Und auch souliges mit Gastsängerin Yusa oder europäisch-urbane Sound mit den Ojos de Brujo kommen gut mit Kuba-Rap aus. Was die HipHop-Gemeinde respektvoll als „street credability” bezeichnet, Telmary hat sie. Unbeeindruckt von gängigen Konventionen fährt sie dabei ihr eigenes Ding, singt mal in spanglish, meist aber in spanisch, schwenkt vom Schmusekurs unvermittelt und ungeniert zu härterer Gangart und das kommt gut bei den jungen Fans. Die werden diese Platten lieben.

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