Neue Platten

Head-On – Gegen Die Wand - (V. A.)

Genre: Soundtrack
Label:Normal (Indigo)
Doppel-CD, VÖ - 29.11.2004

Parallel zum Filmstart erschien im Frühjahr 2004 der Soundtrack zu „Gegen die Wand” und war damit nicht nur eine gelungene und vor allem angemessene Ergänzung zu dem preisgekrönten Streifen, er war zudem auch noch eine ganz persönliche Kiste von Regisseur Fatih Akin, denn die Songs sind für den Filmemacher allesamt Wegbegleiter in Jugendjahren gewesen und spiegeln den Aufeinanderprall zweier unterschiedlicher Kulturen in all seiner Deutlichkeit wider, denen Akin zeitlebens ausgesetzt war. Hier türkische Tradition, dort westliche Pop-Musik, dazu noch eine der alternativen Art.
Als musikalischen Director’s Cut gibt es nun seit Ende 2004 eine erweiterte Fassung dieses Soundtracks unter dem Titel „Head-On” und der beinhaltet statt der ursprünglich 17 Tracks nun 31 Stücke, die damals zu Akins Ur-Setliste gehörten. Als neugieriger Chronist hat man da natürlich sofort Stift und Papier zur Hand, um festzustellen, was das Mehr an Musik denn nun konkret bedeutet.
Im großen und ganzen läuft die Sache darauf hinaus, daß bereits bekannte Interpreten nun mit ein paar Stücken mehr vertreten sind, so zum Beispiel Selim Sesler und sein Orchester (featuring Idil Üner) sowie die Gruppe Orientation. 15 der bereits bekannten Songs sind natürlich auch wieder mit dabei, zwei sind ersatzlos gestrichen worden (darunter der eigentlich so wichtige Titel der Sam Ragga Band), dafür kam einiges an Neuzugängen auf die Doppel-CD-Agenda, vorwiegend türkische Interpreten. Wer als Layoutbonus zusätzliche Szenenfotos erwartet, muß enttäuscht werden, dafür zieren jetzt Notizen aus dem Storyboard Cover und Booklet.
Das gute an diesem erweiterten Soundtrack ist, daß man ihn (eigentlich genauso wie die erste Sparversion) als autark funtionierende Musikunterhaltung verwenden kann, ohne den Film unbedingt kennen zu müssen. Türkische Mucke zuhause abrufbar zu haben, ist ja sowieso nicht das verkehrteste und in Verbindung mit den dazwischen eingestreuten Indie-Tracks westlicher Prägung wird das ganze nur noch interessanter. Trotzdem sollte man sich, so noch nicht geschehen, den Film unbedingt zu Gemüte führen, denn es gibt kaum eine besser dokumentierte Zwickmühlensituation der bei uns lebenden Türken, als Fatih Akins „Gegen die Wand”.

www.gegendiewand.de
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