Neue Platten

Somi - Red Soil In My Eyes

Genre: Jazz & Soul
Label:World Village (Harmonia Mundi)
CD, VÖ: - 19.10.2007

Lege diese Scheibe auf, dann klappt’s auch mit der Nachbarin. Dummer Spruch, aber ein deutlicher Hinweis auf die Vorzüge dieser CD. Einfühlsam, melancholisch, anspruchsvoll – ein Album für gehobene Ansprüche. Somi kommt aus seriösem Diplomaten-Hause, geboren in den Staaten, aufgewachsen teilweise in Afrika, musikalisch stark beeinflusst von Jazz und Soul, geprägt aber auch von ihren afrikanischen Wurzeln. Dies alles wird auf dieser Platte zusammengefasst und umgesetzt. „New-African Souljazz” schreibt die Plattenfirma dazu, was aber erst einmal nichts weiter ist, als eine gängige Schubladenbeschriftung. Wer „Red Soil In My Eyes” mehrmals gehört hat, weiss, dass da mehr dahinter steckt als blosses Labeling. Kabasomi Kakoma (so ihr richtiger Name) und ihre Musiker verbinden in unaufdringlicher aber höchst professioneller Weise westlich polierten Pop-Jazz mit afrikanischer Wurzelmusik, wobei sich letztere hauptsächlich auf die perkussiven Elemente beschränkt. Somi’s weiche und gut trainierte Stimme erweist sich als perfektes Bindeglied zwischen Afrika und Amerika und wird jeder Stimmlage gerecht. Nicht zuletzt deswegen, weil sie selbst fast alle Songs sowohl komponiert als auch getextet hat. Und man muss dabei neidlos anerkennen, dass diese Frau ein intuitives Talent für das Seelenvolle hat und dies auch musikalisch perfekt umsetzten kann. Auf der Suche nach ihren Wurzeln kam sie natürlich auch nicht am Spirit von Fela Kuti vorbei, was sich im Song „Afrikan Lady” ausdrückt, einer Hymne gegen häusliche Gewaltanwendung gegen Frauen. Aber auch weniger brisante Themen bearbeitet Somi mit einer wunderbaren Mischung aus stimmlicher Eleganz und einem untrüglichen Gespür für Wohlklang. Und falls mal gerade keine geeignete Nachbarin greifbar sein sollte, die man mit dieser CD beglücken kann, funktioniert „Red Soil In My Eyes” auch ganz prima als private Autoerotik.

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