Neue Platten

Watcha Clan - Diaspora Hi-Fi

Genre: World Crossover
Label:Piranha (Indigo)
CD, VÖ: - 01.02.2008

Watch out, hier kommt der Watcha Clan. Er bittet mit seinem Album „Diaspora Hi-Fi” (Piranha) zu einer mediterranen Entdeckungsreise. Kaum eine andere Gruppe beackert so viele Ecken der südlichen Badewanne Europas, wie diese multikulturelle Truppe aus Frankreich. Eingecheckt wird im quirligen Marseille, dem Heimathafen von Sista K, Suprem Clem, Matt und Nassim. Die Reiseroute geht über Korsika, Albanien, Naher Osten, Algerien, Marokko bis nach Andalusien. Rhythmische Bindeglieder sind HipHop, Reggae, Chaâbi, Gnawa, Klezmer und Balkan-Blech.
Die führenden Köpf dieser Band können unterschiedlicher nicht sein: Suprem Clem stammt aus den alpinen Regionen der Grand Nation, hat seine Wurzeln im HipHop sowie im Umgang mit Samples und programmierter Musik. In Marseille traf er auf Sista K, geboren im Stadtteil Bonne Mère, Tochter einer Aschkenasi aus Holland mit israelischen Wurzeln und eines jüdischen Berbers aus Algerien. Klar, dass das ziemlich bald zu einer Akkumulation von Klangideen führen musste, die zum Großteil dem Nomaden-Spirit der beiden entsprangen und die in ihrer gebündelten Form die Klasse dieses Albums ausmachen. „Wir fühlen uns tatsächlich wie moderne Nomaden”, sagt Clément Queysanne. „Wir sind nun mal viel und gerne unterwegs. Wir waren beispielsweise auf kultureller Entdeckungsreise in den Wüsten Nordafrikas, wir waren auf Cuba und auf Réunion. Für unser Album haben wir das halbe Mittelmeer abgeklappert, haben überall unsere Nase reingesteckt und viel gelernt. Die Worte von Theodore Monod, einem berühmten französischen Orientalisten, die ich ganz am Anfang unseres Albums gesampelt habe, sollen das unterstreichen. Wir sind eben so eine Art fahrendes Volk und das Ergebnis ist „Diaspora Hi-Fi“.”
Nomadentum bedingt Fusionmusik. Kaum eine Band der Weltmusik-Szene kommt ohne dieses Phänomen aus. Der Watcha Clan allerdings beherrscht dieses Patchworkmusizieren nahezu perfekt. Beispiel „Balkan Qoulou”: „Diesen Song hat Nassim ausgegraben und er basiert auf einem sehr alten arabisch/andalusischen Liebeslied aus Algerien, das wir auf den Balkan umgestrickt haben. Eine Herausforderung, der wir uns gerne gestellt haben. Aber auch Karine bringt viele jüdisch/arabische Songs aus ihrer Jugend mit ein, die sie gerne einmal anders interpretiert sehen möchte. Auf diese Art „modernisieren” wir viele alte Stücke und basteln daraus etwas Zeitgemässes.”
Kreuzfahrer sind in der Regel nur ein paar Tage unterwegs, dann ist Schluss mit Sightseeing. Mit dem Watcha Clan kann man dagegen bequem einen Dauertrip buchen. Reiserücktritt-Versicherung nicht nötig.

www.watchaclan.com