Neue Platten

Lou Rhodes - Bloom

Genre: Indie Pop
Label:A & G Records (Rough Trade)
CD, VÖ: - 15.02.2008

Die 4 Lamb-CDs gehören halt immer noch mit zu den schönsten Kronjuwelen, die ein ehrenwerter Musik-Liebhaber in seinem Regal horten kann und die wohl auch den gewissenhaftesten Ausmistungsaktionen kaum zum Opfer fallen werden. Aber Lamb gibt’s nun mal nicht mehr, da kommt nichts mehr nach. Doch dafür haben wir ja jetzt Louise Rhodes auf Solopfaden. Ihr erster Marsch in die Unabhängigkeit war allerdings ein von Hippie-Flower-Power gesäumter und hat dem einen oder anderen vermutlich ein leichtes Stirnrunzeln ins Gesicht gedrückt. „Bloom“, der zweite, klingt dagegen fast schon wieder wie die alte Formation mit Andy Barlow, nur eben ohne Andy Barlow und ohne elektronische Spielereien, dafür aber wieder voll indie-mäßig, in Spitzen sogar mal deftig schrammelig, dank elektrischer Verstärkung und polterndem Schlagzeug. Grundstimmung jedoch ist die ruhige und zuweilen mystisch anmutende Gefühlswelt von Louise, die das Thema „Liebe” in allen möglichen Variationen ausrollt, mit Hilfe von Akustik-Instrumenten wie Gitarre, Xylophon und Streicherensemble. Leid und vielfältige Emotionsschübe hat sie ja auf Grund ihrer jüngeren Vergangenheit ausgiebig durchlebt und dies bietet sich somit als Rohmaterial für ihre Songs geradezu an. Und weil sie eine extravagante Künstlerin mit dem untrüglichen Gespür für Dramatik und Ästhetik ist ist, sind ihre 10 neuen Songs auch keine flauschig dahinschwebenden Schnülzchen geworden, sondern eine tiefgründige Reise in ihr Seelenleben, die man sich allerdings erst nach und nach und durch vertieftes Hin- und Herhören langsam erschließen muss.

www.lourhodes.com