Neue Platten

Bird - The Insides

Genre: Singer/Songwriter
Label:Ice Cream Records (Rough Trade)
CD, VÖ: - 04.04.2005

Ein Vöglein, um das man sich kümmern sollte. Natürlich nicht in stalkender Weise, denn das gehört sich nicht. Eher schon, indem man sich irgendwo das kleine aber feine Debut-Album dieses Piepmatzes besorgt. Bird, alias Janie Price, ist nämlich eine ganz neue und vor allem wunderbare Chansonette aus London, die nicht nur eine tolle Mädchen-Stimme hat, sondern auch noch etwas zwischen ihre Oberschenkel klemmt, was dort die wenigsten Singer/Songwriter haben: ein Cello nämlich. Weitere positive Eigenschaften: sie hegt eine sympathische Vorliebe für Island, ist dort auch schon bekannt wie ein bunter Hund (was allerdings bei den drei Männeken, die da hausen, nicht allzu schwer ist), war mal Drummerin in einer Punkband und bewegt sich seit kurzem in Londoner Jazzkreisen als gern gesehene Vokalistin. Ach ja: und verdammt gut aussehen tut sie noch dazu.
Grund genug also, ihr Album „The Insides” mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Dieses hat sie zusammen mit einem Typen namens Eberg und ein paar weiteren Musikern in London aufgenommen und es bewegt sich ganz artgerecht und fast vorwiegend im semi-akustischen Bereich, etwas Programming, E-Gitarre und Hammond Orgel mal ausgenommen. Sachte, sachte und fast schon auf zärtliche Weise werden wir von Janie an der Hand genommen und durch ihr kleines Universum von vertonten Kurzgeschichten geleitet, das in seiner sonnigen Einfachheit ein bißchen an das letzte Album von Elfchen Emiliana Torrini, aber auch an manche weniger komplex geratenen Songs von Tori Amos erinnert. Mal nur zur Akustik-Klampfe singend, mal etwas üppiger zu indie-mäßiger Gruppenarbeit ausholend gleitet Bird auf sicheren Schwingen von einem Ohrwürmchen namens „Landslide” zu beschwingten „Love Songs on the Radio“. Das bereits angesprochene Cello, das sie kunstvoll als dezentes Hintergrundinstrument bedient, verleiht dem gesamten Repertoire dann noch eine zusätzlich melancholische Dimension, was alles noch eine Ecke knisternder und verwunschener macht. Ein wahrlich gelungenes Debut also, das Appetit auf mehr macht.

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