Neue Platten

Women’s World Voices Vol. 5 - (V. A.)

Genre: Global Lounge
Label:Blue Flame (Rough Trade)
Do-CD, VÖ: - 04.04.2005

Eine Idee, die sicherlich jeder gut bestückte CD-Sammler schon einmal gehabt hat, nämlich seinen Freunden zu besonderen Anlässen eine thematisierte Mixtape-CD zusammenzustellen, wird bei Blue Flame nun schon seit 1998 mit der der Reihe Women’s World Voices erfolgreich verfolgt. Inzwischen ist man bei Volume 5 angelangt und hat sich zu diesem Anlaß nicht lumpen lassen, gleich eine Doppel-CD herauszubringen. Doch damit nicht genug: auch die Verpackung wurde auf „hochwertig” getrimmt und das 40-seitige Booklet für CD-Verhältnisse auf „Premium-Qualität” gepuscht. Über den Inhalt desselben läßt sich freilich streiten, denn es wird sicher einige Zeitgenossen geben, denen die Fotos mit den leicht bekleideten „Power”-Frauen zu kitschig sind und die Zitate von Ladies wie Margret Thatcher oder Coco Chanel oder auch von Männern wie Alfred Hitchcock oder Friedrich Schiller zu sehr nach Klokalender-Philosophie klingen.
Musikalisch bietet diese Doppel-CD weit über 2 Stunden die breit gefächerte Welt der weiblichen Stimme, mit Beispielen, die sich a) teils aus dem Backkatalog von Blue Flame selbst zusammensetzen und b) international „eingekauft” wurden. Unterschieden wird per CD zwar zwischen „Global Lounging” und „Global Crossroads”, letztendlich sind diese Begriffe auf das vorliegende Repertoire jedoch immer irgendwie austauschbar anzuwenden. Eine Joy Denalane, die hier unter „Crossroads” geführt wird, könnte beispielsweise auch genauso gut in die „Lounge” passen.
Neben den üblichen Verdächtigen dieser Branche wie Natacha Atlas, Susheela Raman, Ojos de Brujo, Yulduz Usmanova oder Lila Downs hat man eine ganze Reihe von international etwas weniger exponierten Interpretinnen ins Rampenlicht geschoben, die vielleicht sogar die etwas interessanteren sind. Speziell Damen wie Maria de Barros von den Kapverden, Kaïssa aus Südafrika oder Najwa Karam aus dem Libanon. Neben expliziten Einzelinterpretinnen gibt es auf diesem Doppler aber noch eine ganze Reihe von smarten Bandprojekten, die ihre Women’s Voices taktisch clever in den Vordergrund stellen. Zu erwähnen wäre da vor allem die ungarisch/tschechische Aktionsgemeinschaft ¡Deladap! mit ihrer Frontfrau Melinda Stoika. Die „famous last words” überlasse ich aber ganz gentleman-like der ebenfalls zitierten amerikanischen Schriftstellerin Sarah Margaret Fuller: „The especial genius of women, I believe to be electrical in movement, intuitive in function, spiritual in tendency.” Aha! Gut zu wissen.

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