Neue Platten

Hard Kaur - Supawoman

Genre: Asia-HipHop
Label:Saregama/Local Media (Alive)
CD, VÖ: - 07.03.2008

Dass man in HipHop-Kreisen immer eine Portion dicker auftragen muss, gehört scheinbar zum unabdingbaren Handwerksgeklappere. Wenn man als Frau dort Anerkennung und Respekt ergattern will, muss man noch mal einen Zahn zulegen. So kommt’s, dass aus einer Taran Kaur Dhillon eine „Supawoman” mit Künstlernamen Hard Kaur (sprich hardcore) wurde. Die in Indien geborene und im britischen Birmingham aufgewachsene Taran hatte schon in frühen Jugendjahren die Familien- und Selbstfindungsprobleme, die sie nun als Rapperin massiv und reichlich fett unter die Leute bringt. Zwar bedeutet „Kaur“ in der indischen Sikh-Community „Prinzessin”, aber wie wir aus der Bollywood-Maschinerie wissen, ist da vieles eben nur auf Hochglanz poliertes Seifengeblubbere und so muss sich auch eine Supawoman gefallen lassen, dass man sie und ihr Gepose nur als vergängliches Zeitphänomen mit kurzer Halbwertzeit betrachen darf. Musikalisch hat HipHop in den seltensten Fällen echte Klasse und Einfallsreichtum zu bieten, und auch der Wortinhalt erschöpft sich meist in ermüdenden Rap-Monologen von immer gleicher Themenwahl. Da macht Frau Hard Kaur auch keine Ausnahme. Nur wenige Tracks dieser CD können von sich behaupten, vom Pfad des faden HipHopeinerleis abzuweichen. „Bombay Deewana” beispielsweise kommt auch nur deswegen so gut rüber, weil es Produzent DJ Essence verstanden hat, eingängige Bollywood-Samples mit einzuarbeiten und auch der Titeltrack „Supawoman” unterscheidet sich dank der Reggae-Banghra-Beats wohltuend vom Rest des Albums nur deswegen, weil er von TJ Rehmi produziert wurde, der mittlerweile zur Veteranen-Kaste des UK-Asian-Underground zählt. Trotz erworbener Performance-Skills an der London School of Music, trotz „Tigerstyle-Rap” und Punjabi-Prinzessin-Image, trotz Roots Manuva-Schützenhilfe fällt es dennoch schwer, diesem Album einen besonders hohen Stellenwert beizumessen.

www.hardkaur.co.uk