Neue Platten

Lygia Campos - Meu Nome E Brasil

Genre: Brasil
Label:Galileo MC
CD, VÖ: - 04.04.2008

Lebt man als Brasilianerin in Deutschland, sollte eine aufzunehmende Platte, zumal wenn es sich um ein Debutalbum handelt, möglichst authentisch brasilianisch klingen. Lygia Campos macht sich da alle Mühe. Zusammen mit ein paar Exil-Cariocas und deutschen Musikern begibt sie sich auf heimatliche Spurensuche. Entstanden ist eine CD, die sich nicht an billigen MPB-Clischées einer Daniela Mercury orientieren will, sondern einen gewissen Anspruch hegt. Dass sie da zuweilen etwas über das Ziel hinausgeschossen ist, mag wohl nur etwas kritischeren Betrachtern auffallen. Die registrieren eine zuweilen etwas überbetonte Vokalarbeit, unnötige Ausflüge in die englische Sprache und etwas zu verkünstelt und verknotet wirkende Arrangements. Das mag in ambitionierten Jazzclubs gut ankommen, kann für den durchschnittlichen Hausgebrauch allerdings aber auch etwas anstrengend sein. Lässt man solche kritischen Betrachtungen aber einmal beiseite, bleibt ein Album übrig, das sich perfekt in das Bild einfügt, das man vom gängigen Brasil-Pop hat: Aufgekratzte, locker-flockige Beats zwischen perkussiver Bossa, verspieltem Jazz und Brasil-Reggae, nichts umwerfend Neues, eher etwas in die Jahre gekommen, aber ganz im Sinne von Flora Purim und Tania Maria. Nicht mehr und nicht weniger.

www.lygiacampos.de