Neue Platten

Milton Nascimento & Belmondo -

Genre: Jazz
Label:bFlat Recordings (Alive)
CD, VÖ: - 06.06.2008

Auch wenn Milton Nascimento (mittlerweile 66) zum Urgestein der populären Musik Brasiliens gehört, so hat er sich doch zeitlebens von der flachen Popkultur weitestgehend fern gehalten und immer auf einer Baustelle gearbeitet, die dem Jazz und der Avantgarde wesentlich näher stand als der Hitparade. Die Alben des schwarzen Mannes aus Minas Gerais (geboren ist er in Rio) waren immer schon etwas schwieriger zu konsumieren. Sein breit gefächertes Spektrum an afrikanischen, heimischen und US-amerikanischen Einflüssen trieb so manche exotische Blüte, war aber letztenendes immer gekrönt vom positiven Feedback, egal ob er nun Kirchenmusik einspielte, mit Duran Duran oder Paul Simon Ausflüge ins Pop-Lager unternahm oder mit Wayne Shorter oder Pat Metheny mehr jazzig arbeitete. Vokaler Einfallsreichtum und kompositorisches Querdenkertum förderten immer neue Aspekte seiner Schaffenskraft zutage. Und auch im vorgerückten Alter scheut Nascimento nicht vor neuen Erfahrungen zurück. Zusammen mit den beiden französischen Brüdern Stéphane und Lionel Belmondo hat er nun ein Jazzalbum eingespielt, das sich zum größten Teil aus klassischem Nascimento-Material zusammensetzt, das nun neu interpretiert und arrangiert wird. Trompete, Flügelhorn und Saxophon steuern die Belmondos bei, Piano und Schlagzeug werden von Eric Legnini bzw. André Ceccarelli bedient. Untermalt wird alles von der Streicher-Abteilung des Pariser National-Orchesters. Manches mal verhaspeln sich die Jazz-Musiker zwar etwas in ihrem sendungsbewußten Improvisationsdrang, wenn aber Nascimento seine Stimme erhebt und mit der typischen Bandbreite von Falsett bis Bariton die Zügel in die Hand nimmt, kehrt das schon legendäre „Clube-da-Esquina”-Feeling wieder ein. Das 10-minütige Opus „Berceuse/Pour Malilia” gegen Ende der CD ist ein ganz besonderer Leckerbissen und präsentiert Nascimento unter anderem am Akkordeon.

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