Neue Platten

Laia Genc - Strandgut

Genre: Jazz
Label:Jazzhaus Musik (NRW)
CD, VÖ: - 25.04.2008

Wer sich von der Optik dieses Albums locken lässt, gerät natürlich erst einmal in die völlig falsche Ecke. Hier ist kein nervig krakeelendes Rumpelstilzchen zugange, sondern eine professionell-versierte Jazz-Pianistin. Laia Genc stammt eigentlich aus Berlin, lebt aber seit einiger Zeit in Köln und hat unter anderem 2007 den dortigen Jazzpreis gewonnen. Schon mit 15 war ihr klar, dass das Piano das einzige Gerät war, mit dem sie eine Liaison eingehen wollte und konnte, abgesehen von der Liaison Tonique, ihrer 2-köpfigen Begleitmannschaft, bestehend aus Matthias Nowak (Bass) und Nils Tegen (Drums). Der Saxofonist Christophe Panzani aus Paris tritt auf „Strandgut” als Gastmusiker auf. Laia Genc ist eine junge Musikerin, die sich auch gerne mal mit älteren Inspirationsquellen umgibt. Eine Komposition von Carla Bley eröffnet diese CD, Werke von Charlie Chaplin und Hervé Sellin werden vom Trio neu interpretiert. Der Rest stammt aus der Feder von Laia Genc selbst. Eine gute Stunde expliziter moderner Jazzmusik, die sich mal verträumt, mal explosiv gibt. Laia Genc ist also nicht nur Schönmalerin, ihre improvisatorische Spielfreude sprengt schon so manches mal den Rahmen einer kammermusikalischen Introvertiertheit. In ihren Fingerspitzen stecken viele kleine Sprungfedern, die vom Kopf aus höchst eigenwillig gesteuert werden. Manch etablierter Piano-Man düfte sich da sicherlich erstaunt die Ohren reiben. Laia Genc beherrscht den Flügel perfekt, so viel steht fest. Wer daran zweifelt, möge sich das „Strandgut” anschwemmen lassen. Danach ist der Weg zum nächsten Konzert nur eine Frage des Tourneeplans.

www.laiagenc.com