Neue Platten

Elina Duni - Baresha

Genre: Vocal-Jazz
Label:Meta Records (Sunny Moon)
CD, VÖ: - 25.04.2008

Dass man in Albanien nicht so ohne weiteres eine vielversprechende internationale Jazz-Karriere vom Zaun brechen kann, dürfte jedem einigermaßen einleuchten. Also machte sich Elina Duni 1992 von Tirana auf den Weg nach Genf, um ihren Ambitionen einen nachhaltigen Kick zu geben. Conservatoire de Musique, Collège de Saussure, später die Kunsthochschule Bern – die Musikerin suchte ihren Weg, reifte still vor sich hin und präsentiert nun mit „Baresha” ein Album, das das Zeug hat, auch in großen Zirkeln der Jazzwelt problemlos zu bestehen. Denn Elina Duni hat dabei zwei Dinge beherzigt: Umgebe dich mit Top-Musikern und hebe dich repertoiretechnisch von der Konkurrenz ab. Mit Colin Vallon (Piano), Bänz Oester (Bass) und Norbert Pfammatter (Drums) hat sie sich drei Schweizer Jazzmusiker der Oberliga an Land gezogen, die allesamt ihre Erfahrungen bei den Cracks dieses Genres gesammelt haben (Vallon bspw. bei Erik Truffaz, Oester bei Pierre Favre und Pfammatter bei Lukas Niggli). Und was ihre persönliche Pole-Position angeht, so versteht sie es blendend, ihre kulturelle Herkunft gewinnbringend in ihre Arbeit mit einzubeziehen. Und das bedeutet traditionelles Liedgut aus Albanien, Bulgarien, Griechenland und dem Kosovo mit modernem Jazz-Feeling zu paaren, noch einen Schuss Gainsbourg hinzugeben und so zu einer künstlerischen Diktion zu gelangen, die in dieser Weise bisher kaum auszumachen war. Es sei denn, man erinnert sich an Iva Bittova aus Tschechien, die einen ähnlichen musikalisch-kulturellen Ansatz gewählt hat, letztendlich aber vorwiegend als Solo-Performerin mit Geige einen doch mehr avantgardistischen Weg geht. Elina Duni beschränkt sich auf ihre Stimme und die ist wunderbar facettenreich, mild, professionell geschult und daher souverän. Das wissen ihre Musiker scheinbar sehr zu schätzen, denn sie bereiten ihr ein präzises und massives Fundament. Besser hätte es nicht kommen können.

www.elinaduni.com