Neue Platten

Yusa - Haiku

Genre: Kuba Singer/Songwriter
Label:Tumi (Broken Silence)
CD, VÖ: - 02.08.2008

Yusa gehört zur Garde junger, innovativer kubanischer Musiker, die weit über den Horizont ihrer Insel hinaus schauen. Die Beschränkung auf altes musikalisches Erbe reicht ihr nicht aus. Lange begleitete sie den brasilianischen Roots-Rocker Lenine am Bass, performte Solo-Gigs im berühmten Londoner „Ronnie Scotts’” und legt nun mit ihrem dritten Album eine Sammlung gitarrenlastiger Songs vor, die von der japanischen Gedichtform „Haiku” inspiriert wurden. Das heisst natürlich nicht, dass es sich hier plötzlich um fernöstliche Koto- oder Sanshin-Klänge handelt. Yusa präsentiert sich nach wie vor auf ihren Solo-CDs als eine kubanische Mixversion aus Joan Armatrading und Erykah Badu. Vom Bass hat sie nun vorwiegend auf die Gitarre bzw. die dreisaitige Très umgesattelt, bedient aber auch Keyboards und diverse Perkussionsinstrumente. Eine gelegentlich eingesetzte Bläser-Sektion ergänzt das Line-Up. Produziert wurde das Album vom Brasilianer Alê Siqueira, der auch schon für Marisa Monte oder Bebel Gilberto gearbeitet hatte. „Haiku“ gibt einen intimen Einblick in Yusas Gefühlswelt, die bestimmt ist von einer gewissen kubanischen Melancholie, aber auch von einer kosmopolitischen Abgeklärtheit. Yusa ruht in sich selbst. Als ein packendes Beispiel dieser inneren Ausgeglichenheit mag der Song „Minimum” gelten, bei dem sich Yusa tatsächlich und ausschließlich auf sich selbst konzentriert: Gesang, Bass und Elektro-Piano in einer beeindruckenden One-Woman-Show. Yusa ist die moderne Stimme Kubas – den Blick auf die weite Welt gerichtet, aber die heimischen Wurzeln fest im Griff.

www.yusa.co.uk