Neue Platten

Vanessa da Mata - “Sim“

Genre: Brasil
Label:Discrograph (Alive)
CD, VÖ: - 29.08.2008

Ein unbedingtes „Ja” zu dieser CD. Schließlich sind wir ja hier in Deutschland und „Sim” versteht hier eh kaum einer. Dafür dürfte Vanessa da Mata aus Brasilien wohl hoffentlich bald vom Geheimtipp zum Dauerbrenner mutieren, vorausgesetzt, sie kann das Niveau halten, das sie hier vorgegeben hat. Denn „Sim“ (ihre dritte Veröffentlichung bislang) gehört zwar in die Schublade „Música Popular Brasileiro”, hebt sich aber wohltuend vom mainstreamigen Popklischee dieser Stilrichtung ab. Herrlich locker gezirkelte Bossas und Novas umschmeicheln das Ohr, brasilianischer Afro-Reggae weht ab und an vorbei, und sogar ein Duett mit dem Special Guest und Blues-Musiker Ben Harper steht auf der Agenda. Dieser so hochgelobte und von ihr selbst als „umwerfend” bezeichnete Song gehört meiner Meinung allerdings eher zu den B-Nummern dieses Albums. Weitaus knackiger kommt z. B. der darauf folgende Track daher: „Vermelho” („Rot”) ist ein stilvoller Sommer-Sonne-Bade-Reggae, der es in sich hat: Tolle Hookline, schlurfiges Tempo und Vanessas liebreizende Stimme ergeben zusammen einen Hit, der alle positiven Klischees bedient, die man sich über Brasilien zurecht gelegt hat. (Der Fantasie und Vorliebe jedes einzelnen sei es da überlassen, was das nun genau sein mag). Für mich ist jedenfalls dieser Song allein schon den Kaufpreis dieser Platte wert. Vanessa aber hat noch mehr zu bieten: Die restlichen 10 Songs sprühen nur so vor Charme und tadelloser Darbietung. Ihre Lehrzeit bei den Black Uhurus und der kompositorische Einfluss von Chico César haben ihr Übriges dazu beigetragen. Und wo so manche Kollegin in ihrer Karriere langsam aber sicher die Bodenhaftung verliert, bleibt Vanessa da Mata angenehm auf dem Teppich. Eine sehr sympathische Frau und ein formidables Album noch dazu.

www.vanessadamata.com.br