Neue Platten

Dengue Fever - Venus on Earth

Genre: Weird Pop
Label:Realworld (Indigo)
CD, VÖ: - 10.09.2008

Für die Abteilung „Weird Pop” kommen eigentlich niemand Kompetenteres in Frage als die Amis. Abgedrehtes Songwriting gepaart mit ethnischer Stilvielfalt und verklärter Flower-Power-Mentalität haben schon Acts wie CocoRosie oder Devendra Banhart in die Nähe vom Kultstatus gerückt, zumindest sind diejenigen völlig aus dem Häuschen, die subkulturelle Vielfalt schätzen. Da passt die Formation „Dengue Fever” aus Los Angeles prima ins Konzept. Sechs freakige Herren, die am liebsten mit Quickly und Uralt-Bully durch Californien knattern, haben ihre Liebe zu kambodschanischer Pop-Musik entdeckt und die Sängerin Chhom Nimol aus Phnom Penh zu ihrer Muse gemacht. Die dominiert dann auch mit ihrem fröhlichen Kinderstimmchen das gesamte Album und wurde von den Heren vermutlich deswegen zu einer „Venus auf Erden” gemacht. Auf dem Debut-Album der Band 2003 coverte man noch fleißig kambodschanischen Kitsch-Pop der 60er, mittlerweile hat man sich auf westlich angehauchten Psychedelic-Rock verlegt, der aber aber immer noch exotisch genug klingt, um als „Weird Pop” durchzugehen. Speziell weil die ehemalige Restaurant-Sängerin immer noch zum großen Teil in der Khmer-Sprache singt und sich die amerikanischen Musiker nach wie vor alle Mühe machen, so asiatisch wie möglich zu klingen. Billige Farfisa-Orgel, rumpeliges Schlagzeug, schrille, fremdartige Klangkörper oder Twang-Gitarre passen sich bestens dem rückwärts-orientierten Songwriting an, das zwar immer etwas verschroben klingt, aber durchaus begeistern kann, hat man sich erst einmal mit dem Andersartigen angefreundet. An dreistem Ideenklau kommen scheinbar aber auch diese Musiker nicht vorbei: Der Song „Monsoon of Perfume” klingt schon verdammt nach „Hotel California”.

www.realworldrecords.com/denguefever