Neue Platten

Coconami - Coconami

Genre: Singer/Songwriter
Label:Trikont (Indigo)
CD, VÖ: - 19.09.2008

Nein, Coconami ist kein Ableger von CocoRosie. Coconami sind zwar auch ein exotisches Duo, das mit einer Reihe von eigentümlichen Instrumenten arbeitet, sie wirken, arbeiten, performen und leben jedoch dauerhaft in München. Miyaji und Nami sind zwei Japaner, ein Männlein und ein Weiblein, die vor noch nicht allzu langer Zeit dort gestrandet sind und ihre Liebe zum Freistaat entdeckt haben. Man kann sie daher mittlerweile getrost zum subkulturellen Tafelsilber der bayerischen Landeshauptstadt zählen. Und wo Subkultur ist, da ist natürlich auch das Alternativ-Label Trikont nicht weit. Dort haben die beiden nun mit Hilfe von ein paar emsigen Münchener Kulturspezialisten ihre zweite Heimat gefunden und einen wundersamen Melodienreigen aufgelegt, der nicht nur in dazu punktgenau passender LoFi-Qualität aufgenommen wurde, der zu alledem auch noch einen Querschnitt durch allerlei schräges Liedgut bietet. Angefangen wird erst mal mit zwei klassischen Cover-Versionen der Ramones, präsentiert auf zwei klimperigen Ukulelen. Schon hier wird dem Kenner die genial-minimalistische Herangehensweise der beiden Protagonisten deutlich. Wesentlich schärfer und kontourreicher wird die ganze Chose aber erst mit deren Zusammenwirken mit dem japanischen Wirtshaus-Chef Ferdl Schuster aus München-Haidhausen. „Mir fahr’n mit da Zilln über’n See” oder später noch die Greenpeace-Ballade vom „Heuschreck” erinnert dank der knorzigen Stimme Schusters an den guten alten Kraudn Sepp, der hier mit japanischer Saitenbegleitung eine späte Wiedergeburt feiert. Was aber wären sowohl die Ramones als auch die Münchener Wirtshaus-Sängerin Bally Prell oder ein paar japanische Chansons ohne die vortreffliche Umsetzung durch Namis himmlich unprätenziöse Stimme. Das warmherzig interpretierte Prell’sche „Isarmärchen” jagt vermutlich nicht nur alten Münchener Stadtindianern wohlige Schauer über den Rücken und auch ein Schlager wie „Koishii Ega-o” verzaubert durch eine glasklare Wiedergabe. Die Produktionskosten dieser CD lagen vermutlich gerade mal bei 3 Euro 99, der Inhalt ist jedoch mit Gold kaum aufzuwiegen.

www.miyaji.info