Neue Platten

Micke from Sweden - Waiting for the End

Genre: Singer/Songwriter
Label:Nordic Notes (Broken Silence)
CD, VÖ: - 26.09.2008

Da setzt sich einer ans Piano und stimmt Lieder an, die von Schwermut, gebrochenen Herzen und Säufersorgen nur so triefen. Es scheint, als ob Micke from Sweden (der eigentlich Micke Lohse heisst) hier den Soundtrack seines eigenen Lebens abliefert. Seine markante Stimme und das etwas blechern klingende Honky Tonk Klavier passen da prächtig zusammen. Auf das Ende wartend, bankrott und dem Whiskey zugetan suhlt sich Micke hingebungsvoll in seinem Loser-Leben, das trauriger nicht sein kann. Und doch haben die zehn Titel des Schweden etwas sonderbar fanszinierendes und hoffnungsvolles. Man folgt ihm daher gerne auf seinen roadmoviemäßig angelegten Tracks, auf denen es nur so holpert und rumpelt und wo auch schon Entertainer wie Tom Waits oder Gonzales, der ehemalige Präsident des Berliner Underground, hätten unterwegs sein können. Als Weggefährten hat sich der dominante Einzelkämpfer einer Hand voll Kollegen aus dem skandinavischen Raum bedient, allen voran Janove Ottesen, der vielen als Mitglied von Kaizers Orchestra aus Norwegen bekannt sein dürfte und der hier auch als Produzent seine Hand mit im Spiel hatte. Diese Sidemen liefern neben Stehbass und Rumpelschlagzeug eine dezente Hintergrundtapete aus Trompete, Violine, Akkordeon, Pump Organ und Banjo. In Punkto Eindringlichkeit erinnert dieses Werk ein wenig an die beiden unvergesslichen CDs von Hederos & Hellberg. Micke aber ist trotzdem eine ganz eigene Nummer für sich. Er ist der Lonesome Cowboy, der in seinem Cadillac im Schein der Mittsommernachtssonne durch die Elchwälder Schwedens tuckert.

www.mickefromsweden.se