Neue Platten

Peter Jacobi - I Could Cry Vor Lauta Bluus

Genre: Bayern Blues
Label:Trikont (Indigo)
CD, VÖ: - 26.09.2008

Einer hat sich bei dieser Aktion garantiert ein stolzes Loch in die Mütze gefreut: Peter Jacobi. Er hält nach 34 Jahren seine damals als „aufsässig und frech” bezeichneten Jugendsünden wieder in Händen. Auf einer CD Marke Trikont. Das Münchener Spezial-Label ist ja bekannt für allerlei kontroverse Veröffentlichungen und auch diesmal reibt man sich wieder verdutzt die Augen, was denn wohl der tiefere Sinn dieser Publikation sein mag. Vor kurzem erst gab es ein Flashback des bayerischen Isar-Indianers Willy Michl zu bestaunen, jetzt steht er schon wieder (fast) im Mittelpunkt des Geschehens. Als musikalische Zugehfrau für einen damals angehenden Buchhändler und Freizeit-Liedermacher. Peter Jacobi, so sein Name, verfasste 1973 einige Lieder, die von seinen damaligen Göttern Jimi Hendrix und Bob Dylan inspiriert waren, sang sie in bayerischer Mundart und wurde über Nacht nicht nur vom Münchner Merkur, sondern unter anderem auch von „Konkret” und „TIP Berlin” als Geheimtipp gehandelt. In Ermangelung einer Band, die er für Studio- Arbeit und Live-Auftritte brauchte, wandte sich Jacobi an den Michl Willy und der half mit seiner Kombo aus. Ein halbes Jahr später war wieder alles aus und vorbei. Heute arbeitet Peter Jacobi als freier Autor, schreibt Hörspiele und komponiert Kinderlieder. Ach ja: um was ging’s eigentlich bei den Jugendsünden? Im Grunde sind die 13 Ergüsse Jacobis nichts anderes das Ergebnis einer spätpubertären/frühjugendlichen Sturm- und Drangpoesie auf Blues-Basis, alles was ihn halt damals so aufgeregt hat. Mehr ins Mikro gebrüllt, als gesungen. Klanglich eher zweifelhaft, textlich dank fehlendem Handbuch für das Ohr nur schwer nachvollziehbar, aber vom damaligen Zeitgeist als kleine Sensation gefeiert. „I could cry vor lauta Bluus” – ein musealer Ausschnitt aus einem längst versunkenen Münchener Mikrokosmos. Interessant sicher nur für ganz wenige.

www.jacobi-peter.de