Neue Platten

Xaver Fischer Trio - Visit From A Goddess

Genre: PopJazz
Label:PopJazz (Content/edel)
CD, VÖ: - 18.04.2005

Eigentlich habe ich den Xaver Fischer ja bisher immer als netten Tastenputzer ohne Fehl und Tadel in meiner Erinnerung konserviert. Seine ersten drei Alben haben zwar nicht unbedingt einen Logenplatz in meinem Lieblingsregal, sind aber trotzdem immer wieder gern benutztes CD-Futter bei geselligen Abenden, die mit sensibler Schallware bestückt werden müssen. Jetzt lese ich in seiner Kurzbiografie, er sei u. a. mit der Stefan-Raab-Band auf Tour gewesen, hätte bei den RTL-Allstars die Keys gedrückt und wäre gar mit Anke Engelkes Latenight-Hausband im Bunde gewesen. Huch, hab ich mir gedacht, mit so was geht man doch nicht hausieren. Dann schon doch eher Marla Glen erwähnen oder Frank Popp, wo er auch mal mit von der Partie war. Und schon schleicht sich das Schreckgespenst eines Mainstream-Saulus an, weil sich der NuJazz-Paulus angeblich in seiner Haut nie so recht wohlgefühlt hat. – Dafür hat’s aber jedenfalls mal ganz gut geklungen.
Nun, pünktlich zur Enstehungsphase seiner vierten CD, hat der Xaver jetzt Besuch von einer guten Fee namens Muse bekommen. Die hat ihm einen fetten Kuss an die Backe getackert und ihm geflüstert, er solle es doch einmal mit der Quadratur des Kreises versuchen. Ein bißchen Mainstream-Pop mit selbstangestimmtem Vocoder-Gezirpe und etwas flauschige Märchenwald-Idylle auf der einen Seite, etwas housige und latininfizierte Jazz-Arrangemets auf der anderen Seite, am besten alles in fließendem Übergang, damit es nicht gar so auffällig ist.
Der Xaver hat sich gern dran gehalten und knappe 50 Minuten coolen Bar-Sound hingelegt, der auch noch ein wenig beim 70er Funkbereich vorbeischaut und in Ipanemas angesagtester Strandbeiz noch schnell ein Bierchen zischt.
Und so wird man vom Xaver Fischer Trio weder großartig enttäuscht noch auf Wolke 7 katapultiert. Bei der Brauselimo stellt man einfach die Ohren auf Durchzug und die Cocktails kann man sich genüßlich durch die Kiemen saugen. So funktionieren die Gesetze des Marktes heutzutage. Wer aneckt, bekommt Beulen und wer im Windkanal fährt, bleibt schnittig aber konturlos – und hat beste Chancen bei Frauen, die Muse heißen.

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