Neue Platten

Beady Belle - Closer

Genre: Elektro-Jazz
Label:Jazzland (Universal)
CD, VÖ: - 25.04.2005

Der Name Beady Belle und auch das Album-Cover sprechen eine andere Sprache als der musikalische Inhalt dieser CD. Gottseidank. Es geht hier nämlich nicht um „hübsches Blondchen trällert Schmusepop”, sondern um „blondes Hübschchen macht handfesten und intelligenten Elektro-Jazz”. Marius Reksjø, Jørn Øien, Erik Holm und eben Beate Lech, die sich diesen süßlichen Namen ausgedacht hat, sind Beady Belle und gehören der Crème de la Crème der norwegischen E-Jazz-Landschaft an. Kein geringerer als Bugge Wesseltoft holte sie 1999 auf sein Jazzland Label und das gehört nun mal zum Feinsten, was man in Skandinavien derzeit abgreifen kann.
Nach „Home” veröffentlichten Beate und Marius „CEWBEAGAPPIC”, ein nicht nur vom Titel, sondern auch vom Inhalt her sehr extravagantes Album, das ihnen den Ruf einbrachte, modernen Jazz auf ein völlig neues Qualitätsniveau befördert zu haben.
Und Beady Belle haben sich für „Closer” noch einmal gesteigert. Ein Meisterstück, das sich einem statt über die übliche Stereoanlage noch viel besser über den Kopfhörer erschließt, denn „Closer” muß man wörtlich nehmen. Der ausgefuchsten Aufnahmetechnik ist es nämlich zu verdanken, daß alles dermaßen präsent ist, daß man meint, Beate flüstere einem hautnah ins Ohr und der Sound entstünde direkt in den Synapsen des Kleinhirns. Das ist aber nur die technische Seite dieses musikalischen Glücksfalls. Kompositionen und Arrangements haben noch einmal Riesenschritte nach vorn getan. Schon der erste Track mit seinen orientalischen Streicher- und Perkussionseinheiten, den weichen Keyboard-Akkorden, den fein-programmierten Housebeats und Beate Lechs charaktervollen Vocals stimmen perfekt auf das ein, was in den weiteren 40 Minuten noch folgt. Und das sind wunderbar melodiöse Gesangsharmonien, perlende Pianoläufe, funkige Bläserschübe, groovende Midtempos, coole spoken-word-Passagen à la Ursula Rucker und reduzierte, romantisch-seelenvolle Balladen, die in ihrer betörenden Intensität nur schwer zu toppen sind (man gebe sich „Airing” und schmelze dahin).

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