Neue Platten

Sabrina Malheiros - Equilibria

Genre: Brasilian Singer/Songwriter
Label:Far Out Recordings (Soulfood)
CD, VÖ: - 25.04.2005

Das Klischee ist perfekt: Rio de Janeiro, luftige Sambas, betörende Bossas und eine Garota, die brasilianischer nicht sein kann: braun, gutaussehend, sexy. Sabrina Malheiros hat Schwein gehabt: sowohl mit ihren Genen, als auch mit ihrem Elternhaus. Papa Alex ist kein geringerer als der Bassist von Azymuth, der legendären Brasil-Jazz-Funk-Crossover-Kombo, die in den 80ern zu den Top-Ten-Sellern in den Staaten gehörte. Vor kurzem erst fand ein Re-Launch dieser Veteranenband statt, der aber war nur ein verstaubter Aufguss oller Kamellen und nicht der Rede wert.
Dafür langt jetzt das Töchterlein von Alex Malheiros hin. Sabrinas Debut-CD „Equilibria” brilliert durch einen delikaten Querschnitt durch aktuelles Samba- und Bossa-Songwriting. Und obwohl die gesamte Papa-Band als maßgebliche Instrumental-Akteure im Hintergrund agieren, wirken diese 13 Nümmerli alles andere als altherrenmäßig. Wir lernen: frisches Blut tut Samba gut. Hinzu kommt noch die Tatsache, daß auch noch zwei Europäer ihre Finger mit im Spiel hatten, wiederum in Form von generationsübergreifender Familienarbeit: Incognito-Mann Bluey samt Sohn (DJ Venom als Produzent) ließen heimlich still und leise elektronische Feinarbeit einfließen und so entstand ein Gesamtkunstwerk, das sowohl durch den typischen Brasil-Sound begeistern kann, als auch durch europäische geformte, dem Zeitgeist entsprechende, Lounge-Elemente.
„Maracatueira” ist da ein Paradebeispiel. Sabrina verleiht dieser perkussionsverliebten Samba mit ihrer charmanten Stimme die weibliche Feinfühligkeit, der jazzig-housige Drive hat seinen Ursprung in der Incognito-Werkstatt und der Azymuth’sche Instrumental-Part verknotet alles zu einem perfekten und zeitlosen Tropen-Konstrukt. Als ehrenwerte Anerkennung der Verdienste seiner eigenen Landsleute covert der Brasilianier gerne und oft. So findet man natürlich auch auf dieser Scheibe Songs von zwei Künstlern, die der brasilianischen Musik zweifelsohne viel gegeben haben: Marcos Valle und Ana Mazotti. Frau Malheiros hat auch bei diesen Tracks ein cleveres Händchen bewiesen und so kann man beruhigt feststellen: Von Rentner-Sound kaum eine Spur, dafür frischer Knack-Salat aus der Studenten-Cuisine.

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