Neue Platten

Novalima - Coba Coba

Genre: Latino-Africa
Label:Cumbancha/Exil (Indigo)
CD, VÖ - 23.01.2009

Wer die erste deutsche Veröffentlichung von Novalima („Afro”) seinerzeit aus dem reichhaltig-unübersichtlichen Angebot der Musikindustrie herausgefischt hatte, wird sicher sehnsüchtig auf die Fortsetzung dieser latino-afrikanischen Klubscheibe gewartet haben. Nach gut drei Jahren ist es nun soweit. „Coba Coba”, das insgesamt dritte Album von Novalima, enttäuscht auch diesmal nicht. Im Gegenteil. Das was die vier Peruaner da erneut aus Landó, Marinera, Dub, Reggae, Salsa, Soca, Funk, Hiphop und Sample-Technik zusammengefriemelt haben, ist packende Tanzmusik von Anfang bis Ende. Auf der Grundlage von Landó, der Sklavenmusik importierter afrikanischer Arbeiter, die durch die Spanier einst nach Peru verschleppt wurden, haben die Musiker von Novalima mit Hilfe moderner Technologie eine clevere Synthese geschaffen, die nicht nur die lokale „Marinera”, den mit einem Taschentuch getanzten Werbetanz involviert, sondern auch noch aus den einschlägigen Klubmetropolen dieser Welt (Barcelona, London, HongKong) ihre Inspiration bezieht. Erstaunlich dabei, dass keiner der vier Urmusiker auf ein schwarzes Erbe verweisen kann. Schwarze Identität wurde erst durch das Hinzuziehen von afro-peruanischen Musikern möglich, was aus einem Quartet schliesslich ein neunköpfiges Ensemble machte. Bläsersätze, Broken Beats, Salsa Dura, Afrobeat, viel Perkussion und noch mehr authetische Vokalsätze verbinden sich perfekt mit einem sorgfältig programmierten Unterbau. Spannender Latino-Dancefloor kommt eben nicht nur aus der Karibik oder Mittelamerika, sondern auch aus dem Andenstaat Peru.

www.novalima.net