Neue Platten

Unterbiberger Hofmusik - MaDE in GermaN.Y.

Genre: Bayern Crossover
Label:Himpsl Records
CD, VÖ: - 15.10.2008

Unterbiberg meets the world. Was zunächst etwas großspurig klingt, entpuppt sich bei näheren Hinhören als eine gelungene Mischgung aus bayerischer Traditionsmusik und jazzigen Beats sowie einer gesunden Portion Humor. Familienvater, Realschullehrer und Jazztrompeter Franz Josef Himpsl hat das Kunststück fertig gebracht, nicht nur seine gesamte Familie über die Jahre ordentlich beisammenzuhalten, sondern sie sogar zu (inter)nationalen Rampensäuen zu machen. Denn was in vielen bayerischen Familien immer noch tapfer als eine immer wieder belächelte, weil meist volkstümelnde Hausmusik-Tradition aufrecht erhalten wird, das haben die Himpsls zu einer strammen Bayern-Bigband umfunktioniert, die weit über Brauchtumspflege und kleinkariertes Lokalkolorit hinausgeht. Vater Himpsls Vorliebe für den Jazz ist es zu verdanken, daß die Unterbiberger Hofmusik zwar nach Bayerisch-Bodenständigem riecht, in Wahrheit aber ein semi-professioneller Klan von kosmopolitisch gesinnten Freizeitmusikern ist, die klassisches Musikstudium, (nieder)bayerische Volksmusik und internationale Musikeinflüsse miteinander gekonnt verbinden. So wurden im Laufe der Jahre (seit 1995) insgesamt 5 Alben eingespielt, die in unterscheidlicher Weise den Werdegang dieser Familie und deren Musikeranhang dokumentieren. 2004 gar spielte man auf der Düsseldorfer Messe für Druck und Papier DRUPA einen Livemitschnitt ein, der eine beeindruckende Balance zwischen Tradition und Moderne hält. Seit Oktober 2008 ist nun das sechste Album der Münchener auf dem Markt und es geht grad so weiter. Bayerisch-Brasilianisches („Unterbibaião”), Bayerisch-Amerikanisches („Louisiana Landler”), Bayerisch-Griechisches („Schafkopf in Athen”), Bayerisch-Italienisches („Café Rossini”) oder Bayerisch-Bayerisches („Fleischfranzl“, „Unterm Brotjackriegel”) geben sich einträchtig die Ehre, Dresscode aller Musiker ist selbstverständlich die bayerische Tracht. Vater Franz Josef trompetet wie Satchmo, Mutter Irene stemmt das Akkordeon, die Söhne Ludwig und Xaver bearbeiten Blech und Trommelfell. Hinzu kommen noch Harfe, Posaune und Tuba. Die Unterbiberger Hofmusik beweist einmal mehr, dass Volksmusik nicht ins Museum gehört, sondern im Gegenteil ein sehr lebendiges und phantasievolles Kulturgut sein kann.

www.unterbiberger.de