Neue Platten

Oumou Sangare - Seya

Genre: Westafrika
Label:World Circuit (Indigo)
CD, VÖ: - 23.02.2009

Sechs Jahre hat sie sich mit ihrem neuen Album Zeit gelassen und entsprechend groß ist das Echo der Weltmusik-Zirkel. Oumou Sangare hat sich seit ihrem Karrierestart 1989 zu einer charismatischen Kulturikone Westafrikas emporgearbeitet. Ihr Einsatz für Frauenrechte und ihre Thematisierung von allerlei sozialen Missständen in ihrer Heimat hat ihr zudem den Ruf einer energischen und unerschrockenen Kämpferin eingebracht. Aber auch als Geschäftsfrau, Modemacherin, Waisenhaus-Sponsorin und UN-Botschafterin der Welthungerhilfe ist sie aktiv. So viel gesellschaftliche Anerkennung und der Umgang mit internationalem Publikum bringt aber zuweilen auch etwas zickige und arrogante Umgangsformen mit sich, die sie besonders auf Tourneen immer wieder gern an den Tag legt. Es ist also nicht immer alles Gold was da auf der Bühne glänzt. Auch eine Diva wie Oumou Sangare ist nicht frei von Allüren. Trotzdem oder gerade deswegen ist „Seya” wieder ein sehr eigenwilliges und mit allen westafrikanischen Wassern gewaschenes Album geworden, das auf Grund seiner musikalischen Vielseitigkeit, seinem Blick auf internationale Absatzmärkte, seiner Professionalität und seinen Bezügen zu afrikanischen Themen glänzen kann. Altbekannte Wassoulou-Elemente wie Rhythmik und Call-and-Response-Gesänge paaren sich mit westlichen Rock- und Indie-Parts, was vielen Tracks im Vergleich zu früheren CDs eine neue und durchaus hörenswerte Richtung vorgibt. „Kennst du einen Sangare-Song, kennst du alle“ greift nicht mehr so unbedingt. Hammond-Orgel, Brass-Sektion und Streicher sowie eine unglaubliche Anzahl an musikalischen Mitstreitern, darunter Will Calhoun, Cheikh Tidiane Seck, Prince, Tony Allen oder Pee Wee Ellis und natürlich die einzigartige Stimme der 1Meter80-Frau machen „Seya” zu einem weiteren Meilenstein ihrer Veröffentlichungen.

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