Neue Platten

Juliano Rossi - Free Runner

Genre: Swing Jazz
Label:Blue Note (EMI)
CD, VÖ: - 27.02.2009

Warum sich so mancher Swing-Jazz-Sänger von heute gerne mit einen Pseudonym schmückt, hängt vielleicht mit gewissen vermarktungstechnischen Strategien zusammen, die sich mit einem wohlklingenden Fantasienamen vielleicht besser umsetzen lassen. So wurde beispielsweise aus dem Österreicher Alois Luef der von der Wiener Szene protegierte Barcrooner Louie Austen und bei uns in Deutschland verwandelte sich Oliver Perau in den smarten Sinatra-Kopierer Juliano Rossi. Was vor gut 10 Jahren nur als Partygag angedacht war, hat sich im Lauf der Zeit und erst recht nach dem Ende der Hannoveraner Rock-Formation Terry Hoax, dessen Lead-Sänger er war, zu einem allseits bestaunten Selbstläufer entwickelt. Perau machte aus seiner heimlichen Liebe nun endlich eine offizielle Vollzeit-Liaison. Und dass er letztendlich bei dem renommierten Jazz-Label Blue Note landen konnte, hat selbst ihn sehr erstaunt. Swing-Jazz à la Sinatra oder Nat King Cole ist ja eigentlich ein alter Hut, auch wenn er von Leuten wie Brian Setzer oder den Cherry Poppin’ Daddies kräftig aufgemöbelt und für zeitgenössische Ohren neu frisiert wurde. Oliver Perau alias Juliano Rossi geht hier ähnlich vor: beim ersten Hinhören Altstrukturiertes bekommt dank Sampling, eingestreuten Klangschnipseln und geschickt integrierten Gimmicks wie antikes Vinyl-Kratzen eine fluffige und griffige Note, die aus einem angestaubten Genre frisch verpackte Neuware macht. Ein übriges leistet die prägnate Stimme Peraus. Sein satter Knödeltenor passt treffsicher zum soulig-jazzigen Repertoire und macht die 13 Tracks zu bemerkenswert glamurösen Neo-Klassikern. Die komplette CD versprüht so einen dringenden Groove und einen unwiderstehlichen Swing. Coole Sache.

www.julianorossi.de