Neue Platten

Mélissa Laveaux - Camphor and Copper

Genre: Singer Songwriter
Label:No Format (Alive)
CD, VÖ: - 17.04.2009

Meistens kommt sie nur mit ihrer akustischen Gitarre aus. Dann klingt sie wie eine Mischung aus Tracy Chapman, Ani diFranco und Ursula Rucker, aber ihre Vorbilder heißen Joni Mitchell, Morcheeba, die Brasilianerin Adriana Calcanhotto oder Erykah Badu. Die gebürtige Kanadierin Mélissa Laveaux hat von ihren haitianischen Eltern die karibische Tradition mit in die Wiege gelegt bekommen, Kanadas Zwei­sprachig­keit ist der kulturelle Gegenpol, zu dem sie sich hingezogen fühlt. Mélissa Laveau ist also prädestiniert, einen dauerhaften Spagat zwischen den Kulturen zu vollführen. Und das tut sie auf ihrer Debut-CD „Camphor and Copper” (Kampfer und Kupfer) dann auch gelegentlich. Ihre Songs verströmen die Aura einer multiplen Persönlichkeit. Hochmelodiöse Strukturen wird man allerdings vergebens suchen. Ihr Gesangstil ist vielleicht vergleichbar mit den kurzen Statements von Auslandskorrespondenten, wie wir sie in TV-Nach­richtensendungen geboten bekommen: dort kann man nicht selten eine unorthodoxe Sprechpausen­setzung in deren Beiträgen feststellen, ein seltsam abgehacktes Wiedergeben von Sätzen. Ähnlich geht Mélissa Laveaux vor. Die stark perkussive Rhythmik ihrer Songs überträgt sich auf die Stimme, die immer ein wenig exaltiert und rauhfaserig daherkommt. Instrumentelle Unterstützung erfährt sie von gelegentlicher Melodica, etwas Kontrabass, Handperkussion und ein paar Bläsern, die beispielsweise auf dem letzten Stück auftauchen, wenn sie den Eartha Kitt-Song „I want to be evil” auf ihre ganz eigene Art interpretiert. Eine etwas eckige CD also, mit der man sich nur langsam anfreunden kann. Eine sicherlich unorthodoxe Herangehensweise, diegleichzeitig aber auch eine gewisse Individualität in sich birgt, was in diesem Genre nur von Vorteil sein kann.

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