Neue Platten

Lansing Dreiden - The Incomplete Triangle

Genre: Indie Pop
Label:Kemado (Rough Trade)
CD, VÖ: - 09.05.2005

Yepp. Wir haben ein neues Zauberwort. Es heißt Lansing Dreiden, kommt aus New York und ist die amerikanische Antwort auf Franz Ferdinand, New Order, Roxy Music, die Smiths und was weiß ich noch alles. Statt „Band” nennen sie sich lieber „Firma” und da könnte man fast meinen, sie hätten vor noch nicht allzu langer Zeit mal die „Herzscheiße” von Funny van Dannen in den Fingern gehabt. Wir erinnern uns: „Baut kleine geile Firmen auf …” hieß es da. Und Donner noch eins: da haben sich die Amis wohl dran gehalten.
Diese kleine geile US-Firma ist ein gut sortierter Gemischtwarenladen, der all das feilbietet, was man pop-stilistisch in den letzten 20 Jahren so alles um die die Ohren gedudelt bekam: Synthie-Pop, Garagen-Rock’n Roll, Indie-Dancefloor, Elektro und spacigen Kiffer-Blues. Das alles zu erleben auf kompakten 55 Minuten. Die ersten 4 Tracks gehen gleich mal ab wie Schmitt’s Katze. Es wird gestürmt und gedrängelt was die Beat-Zählmaschine hergibt. Schweinerock meets Blue Öyster Cult, die Déjà-Vu-Erlebnisse prasseln nur so auf einen ein. Und hat man sich gerade gut eingerockt, steigt die kleine geile Firma voll in die Eisen und zelebriert die nächsten 4 Nummern in der Walhalla der Milkyway-Träumereien. Und auch da wieder der Griff in die Aservatenkammer der musikalischen Vergangenheit, wo sich die Byrds, Air und The Cure zum Kaffeekränzchen treffen. Mit Schmackes geht’s dann wieder in das letzte Drittel und das bedeutet: Johnny-Marr-Gedächtnis-Riffs, Art-of-Noise-Getackere und Howard-Jones-Elektro-Retrospektive.
Was soll man dazu sagen! Eine Reise in die Vergangenheit mit Rückfahrkarte in die Gegenwart. Ein perfekt inszeniertes Konzentrat aus historischer Popkultur, das einen dicken Orden verdient.

www.lansing-dreiden.com
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