Neue Platten

Dub Pistols - Rum and Coke

Genre: Dance
Label:Sunday Best (Roughtrade)
CD, VÖ: - 12.06.2009

Die Setlist zu dieser CD beginnt mit „Back to Daylight”. Ein wohl gewählter Einstiegstrack, denn in der Tat haben sich die Dub Pistols aka Jason O’Bryan und Barry Ashworth eindrucksvoll ins Rampenlicht zurück gemeldet. Und zwar mit zehn Songs, die mit butterweicher Tanzmusik aufwarten. Vorbei die Zeiten, als man die Szene noch mit kantigen BigBeats wie „Cyclone” aufgemischt hat. Heute besinnt man sich wieder mehr auf den immer wieder geäußerten Wunsch der Crowd, mal wieder so richtig abzurocken, aber bitte schön in einer schönen Mischung aus „Wir wollen Spaß”, Pop und Dancefloor. Hardcore ist out. Insofern trifft „Rum & Coke”, so wie das dauerbeliebte Partygetränk, voll ins Schwarze. Mit Bald-Head Ashley Slater (Freakpower) als mehrfach vertretenem Crooner haben die Pistoleros schon mal ein erstes heißes Eisen im Feuer. Aber auch Lindy „dub be good to me” Layton wurde wieder aus der Mottenkiste des Pop ausgegraben und darf zusammen mit dem HipHop/Reggae-MC Rodney P einen wunderbar schaukelnden Tanzflur-Hit landen. Apropos Reggae: noch eine Legende wurde verpflichtet: Gregory Isaacs, Altmeister des Lovers-Reggae weist altersbedingt knarzig und kopfstimmenlastig darauf hin, dass sein Hammer immer noch in den fluffigen Wolken des jamaikanischen Offbeat-Himmels hängt. Eine Abgehnummer der ganz besonderen Art wurde hier als Track Nummer 8 eingebaut: „Keep the Fire Burning” mit den Vocals von Justin Robertson steht ganz im Zeichen der seligen Heaven 17 und verbindet die 80er-Jahre-Welle gekonnt mit der Gegenwart. Der Totenkopf auf dem Silberling hat seine Grimmigkeit verloren. Die Dub Pistols von heute sind massenkompatibel geworden, haben aber trotzdem – oh Wunder – noch eine ganze Menge Pfeffer im Hintern.

www.thedubpistols.com