Neue Platten

Tony Allen - Secret Agent

Genre: Afrobeat
Label:World Circuit (Indigo)
CD, VÖ: - 12.06.2009

Fela Kuti muss es ja wissen. Von ihm stammt angeblich das Zitat „Ohne Tony Allen gäbe es keinen Afrobeat”. Nun, man könnte das auch „fishing for compliments” nennen, denn ohne Fela Kuti gäbe es erst recht keinen Afrobeat. Tatsache ist allerdings, dass Tony Allen, langjähriger Mitstreiter von Fela und einer der wenigen Überlebenden der legendären Truppe „Africa 70”, massgeblich mitgeholfen hat, den Afrobeat nach dem Tod Felas weiterhin artgerecht zu konservieren. Zwar sehen sich die Söhne Kutis ebenfalls als Nachkommen des Afrobeat-Booms, aber sie verfolgen im Gegensatz zu Allen eher pragmatische und dem Zeitgeist angepasste Afrobeat-Varianten. Tony Allen ist mittlerweile knapp 70 Jahre alt und insofern ist das, was er heute trommelnder Weise von sich gibt, etwas bedächtig geworden. Trotzdem oder gerade deswegen erfreut er sich bei allen Freunden des Genres immer noch wachsender Beliebtheit. „Secret Agent” ist daher eine gemütliche Scheibe, die dem alten Erbe zwar noch hautnah verbunden ist, in Sachen Knackfrische dennoch etwas zu wünschen übrig lässt. Bodenständiges wird mit jungen Nachwuchs-Künstlern aufpoliert, die er im Sinne der alten Afrobeat-Lehre mit einbindet und fördert. Die politische Message hingegen hat sich über die Jahrzehnte kaum verändert. „Lagos is a complete motherfucking of a place. It’s all misadministration and corruption. Fela was right about everything”, so Tony Allens heutiges Resumée. „Secret Agent” ist ein korrektes Album, das in traditioneller Form alten Zeiten wiederbelebt. Was ihm teilweise fehlt, sind einige impulsive Stromstösse.

https://myspace.com/tonyallenafrobeat