Neue Platten

Tom van der Geld - Watching the Waves

Genre: Vibraphon
Label:Rodenstein Records (Our Distribution)
CD, VÖ: - 21.07.2009

Tom van der Geld beugt schon mal vor. In den Liner-Notes zu seiner CD warnt er: „Für manche Zuhörer kann das Solo-Vibraphon auf Dauer monoton und sogar ermüdend wirken.” Wahre Worte gelassen ausgesprochen. 56 Minuten Vibraphon pur haben in der Tat etwas sehr Spezielles. Hinzu kommt noch, dass die 9 balladenartigen Stücke nicht gerade mit Kompaktheit glänzen. Fünf bis acht Minuten Spielzeit und ein Cover-Artwork der okkultistischen Sorte tendieren schon stark in die esoterische Träum-dich-weg-Ecke. Und doch kann man den ehemaligen ECM-Künstler, Grammy-Preisträger und in Köln und Mannheim lehrenden Jazz-Professor für seinen Trip nicht gänzlich verdammen. Und das hat mehrere Gründe. Bedingt durch seine ganz eigene Spieltechnik konnten seine Handgelenke nur durch operative Eingriffe vor der Degeneration bewahrt werden. Eine Fortführung seiner Jazz-Aktivitäten war somit fraglich geworden. Insofern war es nur seinem starken Willen zu verdanken, dass er nun doch wieder klöppelt. Ein weiterer Grund: er will (und kann?) kein Speedy Gonzales mehr sein. Deswegen ist diese Musik nun auch „sehr ruhig” und „bei allen Darbietungen sehr ähnlich”. Dennoch sind die Jazz-Standards und Show-Tunes, die Tom van der Geld hier aufgenommen hat, keine Langeweiler und erinnern sehr an eine Solo-Klavier-Platte, die einen Bill Evans im Geiste mit sich trägt. Angenehme Musik für die Massagebank.

www.tomvandergeld.de