Neue Platten

Basta. Rotwein Oder Totsein - O.S.T.

Genre: Filmmusik
Label:Normal Records (Indigo)
CD, VÖ - 02.05.2005

„Kochen und Killer: eine kulinarische Gangsterkomödie mit viel schwarzem Humor.” Das klingt schwer nach billigem C-Movie und trotz aufhorchenswerter Starbesetzung (Corinna Harfouch, Moritz Bleibtreu, Josef Hader und Henry Hübchen) hört man tatsächlich nicht nur Gutes von „Rotsein oder Totsein”. Wenigstens die Filmmusik kann da einigermaßen überzeugen. Regisseur Pepe Danquart produzierte zunächst einmal sogenannte Tem-Tracks, das sind vorläufig improvisierte Musikstückchen, die auf den Rohschnitt gelegt wurden, damit man eine Vorstellung davon bekommt, wo man später musikalisch Gas geben oder Bremsen muß. Aber auch Vladimir Kaminers „Russendisko” kam in der Vorarbeit zum Einsatz, schließlich spielt diese deutsch-österreichische Koproduktion im Wiener Milieu der Russenmafia. Komponiert und eingespielt wurde dieser Soundtrack dann aber letztendlich von Walter Cikan und Marnix Veenenbos. Diese arbeiteten ganz gezielt auf einzelne Sequenzen und Einstellungen hin, was sich in diesem Fall als durchaus positiv herausstellte. Und obwohl das Filmmaterial beim Komponieren also immer gegenwärtig war, funktioniert dieser Soundtrack komischerweise auch wunderbar ohne Leinwand.
Mehr als zwanzig Musiker haben hier Russen-Pop, Klezmer- und Zigeunermusik eingespielt, Männerchöre, HipHop, Ethno-Dub und Morricone-Zitate vervollständigen dieses Sammelsurium. Jeder Song steht eigenständig für sich im Raum, ergibt aber trotzdem als fortlaufendes Potpourri ein homogenes Ganzes, das man schnell zu schätzen lernt. Speziell die immer wieder eingestreuten Russenstepper fördern enorm den Spaßfaktor und dürften sogar bei den mittlerweile überall stattfindenden Russenparties gern eingesetzte Mitgröler werden. Skurrile Titel wie „Nuttentritte”, „Sockenfressen” oder „Schatoo Palmähr 75” erklären sich allerdings dann nur wiederum über einen Kinobesuch.
Der Soundtrack zu „Basta” gehört also sicher zu den besseren seines Genres. Und vielleicht ist der Kauf dieser CD ja tatsächlich eine bessere Investition, als der einer Kinokarte.

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