Neue Platten

OMFO - Omnipresence

Genre: Elektro/Dub
Label:Essay (Indigo)
CD, VÖ: - 22.06.2009

Die Welt des German Popov aus der Ukraine hat viele Gesichter. Mit den „Children of Lieutenant Schmidt“ fing seine Karriere an, mit „Sputnik“ erforschte er die elektronischen Weiten des kosmonautischen-Weltalls und widmete sich schließlich als OMFO (Our Man From Odessa) einer futuristischen Folklore-Musik, die man auch als eine nostalgische Forschungsreise durch die verblichene UdSSR und ihre angrenzende Regionen verstehen kann. Schlüpfte er noch vor kurzem in die Rolle des heroischen Weltraum-Hirten, der alle seine elektronischen Schäfchen um sich versammelte, so ist er nun mit „Omnipresence“ (Essay Recordings/Indigo) zu einer Expedition in den zentral-asiatischen Dub-Space zwischen Yeti und Nomadenzelt aufgebrochen.
„Nostalgie ist für mich ein wichtiger Punkt, dem ich mich nicht entziehen kann. Ob man das nun an dem Phänomenen „SpaceFolklore“ oder „Trans Balkan Express “ festmacht, ist zweitrangig. Tatsache ist, dass mich die alte UdSSR und speziell die Region Zentralasien sehr interessiert und ich fahre dort auch immer wieder hin, sozusagen als musikalischer Forschungsreisender, und das spiegelt sich natürlich auch in vielen der neuen Songs wieder. Und ich erschaffe mir sozusagen in meinem Kopf eine Art „Utopia“ der alten 70er und 80er Jahre, als man sich in der UdSSR noch sicher und geborgen fühlen konnte. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Titel „Beauty Mark“, eine Erinnerung an alte tadjikische Filmtraditionen.“
Die Balance zu halten zwischen alten Melodien und westlicher Elektronik ist nicht immer einfach. Unser Mann aus Odessa mit Wohnsitz Amsterdam hat aber auch hierfür eine klare Strategie: „Es geht mir darum, beispielsweise Musik aus dem Pamir-Gebirge so rüberzubringen, das man noch erkennen kann, dass es sich hier um alte sufi-ähnliche Klänge handelt, ich gleichzeitig aber auch problemlos einen Dub daraus machen kann. Ich fühle mich sozusagen als Brückenbauer zwischen Ost und West. Klassische zentral-asiatische Musik interessiert mich momentan sehr, das was sich auf dem Gebiet der zeitgenössischen Elektronik abspielt, eher weniger.“
Nun muss man aber gottseidank kein sibirischer Schamane oder ein turkmenischer Magier sein, um die Welt des German Popov richtig zu interpretieren. Es reicht ganz einfach schon ein offenes Ohr und der Wille, sich auf ein kurioses und vielseitiges Klangabenteuer einzulassen.

www.omfo.net