Neue Platten

Raw Artistic Soul - What About Love

Genre: Ethno-House
Label:Gogo Music (Soulfood)
CD, VÖ: - 09.05.2005

Partymusik muß pumpen. Dieses Konzept verfolgt die House-Mucke nun schon seit ihren Kindertagen und sie scheut sich nicht, das manchmal bis zum ödesten Monoton-Gestampfe auszukosten. Daß es aber auch ander geht, beweist der Produzent, Remixer und gelernter Perkussionist Phil Kullmann aus Köln. Unter dem Projektnamen „Raw Artistic Soul” faßt er das zusammen, was ihm derzeit ziemlich heiß unter den Nägeln brennt. Nämlich tanzsüchtiges Partyvolk und den schwarzen Sound von Afro über Latin bis hin zum Funk unter einen Hut zu bringen. Seelenvolle Beats also, die die sogenannte Weltmusik aus ihrem traditionellen Ghetto auf den Tanzflur befördern.
Das kann man zwar einerseits auf die schnelle, dank 0-8-15 Festplattentechnik, als Einmannbetrieb auch im Hinterzimmer ganz easy zusammenlöten, andererseits kann man sich aber auch die Mühe machen, Tribal-Beats und elektronisches Basismaterial mit Hilfe von einem Schwung Live-Musiker wesentlich gefühlsechter in Szene zu setzen. Bravo dem Kullmann, denn er hat sich für letzteren Weg entschieden.
Und so haben wir es nicht mit einem seelenlosen Aneinandergekleistere von housigen Ethno-Beats zu tun, sondern mit einigermaßen anspruchsvoller Clubmusik, die sowohl auf programmierte Elemente zurückgreift, als auch auf herzhaftes Musikantentum mit echten Instrumenten und vor allem mit ungesampelten Stimmbändern.
Sänger und Sängerinnen aus Zimbabwe, Cuba und Ethiopien croonen in englisch, spanisch, yoruba, bemba und shona, die Kernband kennt sich aus bei Joy Denalane, Max Herre, Paco de Lucia, Fanta 4 oder Maria Serrano.
Die Sause hat also Hand und Fuß und geht entsprechend glatt ab. Afrobeats, Juju-Rhythmen, Hispano-Cuban-Latino-Styles und knackige NuJazz-Riddims werden von Phil Kullmann interaktiv verknüpft, sein großer Erfahrungsschatz als international beschlagener Rhythmus-Spezialist kommt ihm da sehr entgegen. Hier und da spitzelt zwar immer mal wieder die mitunter etwas einfältig klingende ibizenkische Popschiene durch, aber das kann man angesichts der restlichen Highlights durchaus verschmerzen. Zum Schluß noch ein bißchen milder Buddha-Bar-Sound und Raw Artistic Soul hat sich als gern gesehener Gast auf dem Plattenteller etabliert.

www.rawartistic.org
www.gogo-music.net
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