Neue Platten

Spiro - Lightbox

Genre: Folk
Label:RealWorld (Indigo)
CD, VÖ: - 20.07.2009

„Wir sind wie ein Streichquartett”, behauptet Jane Harbour, Violinistin der Gruppe Spiro. Eine kühne Behauptung, denn ihre drei Musikerkollegen bedienen Piano, Akkordeon, Mandoline und akustische Gitarre. Recht hat sie aber irgendwie trotzdem, denn Harbours Gestrichene ist das dominierende Instrument, hart gefolgt vom Akkordeon. Und auch beim Beschreiben dieser ungewöhnlichen Musik beißt man sich unter Umständen die Zähne aus. Die Begriffe Folk, Klassik, Pop wollen alle nicht so recht greifen. Zu unterschiedlich ist die Herkunft der einzelnen Bandmitglider. Harbour kann auf eine klassische Violinen-Ausbildung zurückblicken, der Mann an der Mandoline war früher Drummer einer Punkband, der Akkordeonist erfuhr seine Sozialisation in der Folk-Szene und der Gitarrist geisterte ebenfalls in der Punkszene umher, wechelte dann aber zur New-Wave-Fraktion. Alle haben dann noch irgendwo die traditionelle englische Musik im Hinterkopf. Zusammen ergibt das dann etwas, was wie eine Mischung aus Steve Reich und dem Penguin Café Orchestra klingt, andererseits fühlt man sich immer wieder an die Filmmusik zu „The Piano” von Jane Campion erinnert. Fest steht jedenfalls: es ist keine einfache Musik. Die CD fordert vom Hörer volle Konzentration. Die einzelnen Kompositionen sind entweder ungewöhnlich kompakt oder teilweise nur fragmenthaft aufgebaut. Hinzu kommt des öfteren das ungewöhnliche und ungebremste Aufeinandertreffen aller Instrumente, was nicht selten zu leichten Dissonanzen im Ohr oder zur Überlastung der Aufnahmekapazitäten der Klangrezeptoren führt. Da wird es dann anstrengend. Ein entspannterer Müßiggang der Instrumente wäre hier und da sicher die wohltuendere Variante gewesen. Spiro ist sicher ein sehr ambitioniertes Unternehmen, das aber des Guten vielleicht etwas zu viel gewagt hat.

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