Neue Platten

Pablo Dacal - La Era Del Sonido

Genre: Argentinien
Label:OJO (Galileo-MC)
CD, VÖ: - 24.07.2009

Was man sich hierzulande unter argentinischem Liedgut vorzustellen hat, erinnert zuweilen an das Unvermögen einer Zugehfrau aus Wanne-Eickel, den lückenlosen Lebenslauf von Pablo Picasso zu rezitieren. Die vom Label als Beispiele angeführten großen argentinischen Autoren wie León Giego, Spinetta, Charly Garcia, Fito Páez oder Andrés Calamaro helfen da auch nicht viel weiter. Wer es dennoch wagt, mit dieser fremden Welt zu liebäugeln, der sollte sich zumindest „La Era Del Sonido” von Pablo Dacal vornehmen und sich diese „Suite de Canciones” gönnen. Dacal gilt als bemerkenswerteste Stimme, Musiker, Poet und Komponist einer neuen Generation aus Argentinien. Sein eigenständiger musikalischer Ansatz mit einer Ästhetik zwischen Retro und Moderne, Melancholie und Humor erhält seine Form durch brillante Lieder mit Rhythmen aus der populären lateinamerikanischen Musik, die er mit einem Hauch französischem Chanson, tragischen, komischen und romantischen Geschichte aus der Imagination eines Freigeistes würzt. Nachdem Ende seiner Rock ’n’ Roll Phase als Mitglied der Killer Burritos Ende der 90er Jahre suchte Dacal einen neuen Sound und entschied sich dazu, die Besetzung der konventionellen Rockband durch ein Salon-Orchester zu ersetzen, mit Instrumenten, die normalerweise der klassischen Musik zugeordnet werden und machte so einen radikalen Schnitt in seiner Karriere. „La Era Del Sonido” versprüht jedenfalls einen etwas spröden Charme, in den man sich wohl kaum auf der ersten Blick verlieben wird. Aber wer nur lange genug zuhört, dem wird sich sicher die eine oder andere Tür zum argentinieschen Liedgut doch noch öffnen.

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