Neue Platten

Debashish Bhattacharya - Calcutta Slide Guitar

Genre: Indian Roots
Label:Riverboat Records (Edel)
CD, VÖ: - 09.05.2005

Wenn es ein Musiker in Indien wirklich ernst meint mit seiner Berufung, muß er erst mal seinen Pandit (zu deutsch: Meister) machen. Erst dann ist er ein richtiger Chef und erst dann gehen einem die großen internationalen Türen auf. Debashish Bhattacharya hat seinen Pandit seit 2003 in der Tasche. Nun ist Pandit Debashish Bhattacharya jedoch kein Meister der weit verbreiteten Sitar, wie man leicht annehmen könnte, nein Pandit Debashish Bhattacharya ist ein Meister der Slide-Gitarre und das ist in Indien fast so selten wie ein Würstel-Stand in Bombay.
Was stellt ein Inder nun mit einer Slide-Gitarre an? Logisch, er spielt drauf. Aber was? Delta Blues? Hawaiianische Hula-Mucke? Nein, ganz ordinäre indische Rootsmusik, Ragas eben. Hört sich letztenendes so an, wie wenn einer Sitar spielt, nur eben ein bißchen anders. Und weil Debashish nicht nur ein begnadeter Slide-Gitarrist ist, sondern auch ein fleißiger Gitarrenbauer, kann er auf einen Fundus von mittlerweile 19 Exemplaren zurückgreifen.
Bhattacharya bespielt auf dieser CD allerdings gerade mal drei davon, sozusagen die „Trinity of Guitars“: die Chaturangui, eine mit 22 Saiten, die Gandharvi mit 14 Saiten und die Anandi (Stefan Raabs Ukulele) mit 4 Saiten. Die Chaturangui besitzt die Kraft einer Western Slide Guitar, hat aber auch die Leichtigkeit einer Violine oder Sitar. Einer Gandharvi kann Töne einer türkischen Saz, einer europäischen 12-saitigen oder einer spanischen Flamenco-Gitarre entlocken und klein-Anandi ist der Liebling der Saison. So, jetzt wissen wir bescheid.
Bhattacharyas Reise durch die indische Welt der Slide-Gitarren unterscheidet sich von den Reisen eines Ravi Shankar oder ähnlichen Pandits der Sitar letztendendlich aber nur wenig, da er sich wie alle großen Sitaristen vorwiegend auf traditionellem, klassischem Ragaboden bewegt. Nur wenn er sich mal mit John McLaughlin, Bob Brozman oder René Lavaille duelliert, werden u. U. andere Saiten aufgezogen. So aber sind die hier vorgestellten sechs Stücke nicht anders zu bewerten als das, was man von der indischen Klassik-Schiene gewohnt ist: hochwertige Traditionsmusik mit spirituellem Touch.

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