Neue Platten

Ari Benjamin Meyers - Symphony X

Genre: Experimental
Label:Potomak (Indigo)
CD, VÖ: - 25.09.2009

Kunst um ihrer selbst willen. So könnte man dieses Werk des jungen Musik-Futurologen Meyers vielleicht bezeichnen, entzieht es sich doch konsequent allen Versuchen, dieses Orchesterwerk irgendwohin einzuordnen. Mit Musik im herkömmlichen Pop-, Jazz- oder Klassiksinn hat die Symphony X jedenfalls nichts zu tun. Vielmehr orientieren sich die vier Stücke mit Spielzeiten zwischen 14 und 19 Minuten an den Klanginstallationen von Minimalmusikern wie Steve Reich oder Terry Tiley. Und das bedeutet in diesem Fall erst einmal: repetitives Aufspielen, handgemachte Loops und vielgeschichtete Ebenen aus diversen Instrumenten. Meyers’ „Redux Orchestra” besteht aus Trompete, Tuba, Posaune, mehreren Saxophonen, zwei Violinen, Cello, E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug. Insgesamt 17 Männer und Frauen ergehen sich in zum Teil martialisch kulminierenden Noiseattacken, die sich gegeneinander verschieben, sich überlagern und sich gegenseitig stören. Dabei wird kontinuierlich auf einen Höhepunkt hingearbeitet, ohne ihn jedoch letzlich zu erreichen. Avantgarde-Elektronik umgesetzt in analoge, handgefertigte und mundgeblasene Instrumentierung. Klar etwas für den fortgeschrittenen Klangsachkenner, aber gewiss nichts für den harmonieverwöhnten Pop-Hörer, der herkömmliche Strukturen und kurzweilige Zerstreuung liebt. Meyers vertraut auf das Element der Wiederholung und geht dabei bis an die Grenze des Erträglichen. Entweder man ist fasziniert von diesem prallen subkulturellen Kraftpaket oder man schläft nach 10 Minuten ein.

www.aribenjaminmeyers.com