Neue Platten

The Rough Guide To Celia Cruz -

Genre: Latin
Label:World Music Network (Edel Contraire)
CD, VÖ: - 02.05.2005

Nun steigt der Rough Guide auch ins Memoriam-Geschäft ein. Ein weiteres, breites Feld tut sich da auf, das es abzugrasen gilt, denn schließlich gibt es auch auf dem Gebiet der Weltmusik genug hochformatige Persönlichkeiten, denen eine posthume Ehrung durch dieses britische Serien-Label beileibe nicht schaden kann. Bleibt abzuwarten, wie und wo man da Prioritäten setzt.
Der Ikone des Salsa in diesem Zusammenhang eine Pole-Position einzuräumen, war sicherlich keine falsche Entscheidung. Schließlich hat die 2003 verstorbene Cubanerin die Musik ihres Landes weltweit erst so richtig populär gemacht, lange noch bevor Ry Cooder und die Buena Vista Posse am Horizont auftauchten. Daß Cruz ihrer Heimat aus politischen Gründen schon früh den Rücken gekehrt hat und ins feindliche Amerika übergelaufen ist kann man ihr kaum zum Vorwurf machen, denn Ende der 50er mußte man ja auf der Fidel-Insel mit dem Schlimmsten rechnen. Und auch die Anpassung an die jeweils herrschenden Modetrends im Exil entsprang wohl eher einem gesunden Pragmatismus, denn sie blieb im Grunde genommen doch immer eine echte Habanera.
Die Aufnahmen, die sich der Rough Guide herausgesucht hat, sind ein Querschnitt aus den Jahren 1966 bis 1992, als Celia Cruz bei Fania Records unter Vertrag stand und deckt eine Reihe von wichtigen Schaffensphasen ab: Boogaloo, Latin-Pop, Mambo, Salsa, Bigband, Son, Changui, Rumba, Afro-Cuban – ihre Bandbreite war enorm. Und ähnlich vielseitig waren die Männer an ihrer Seite, Ehemann Pedro Knight, Bigband-Leader Tito Puente, Label-Direktor Johnny Pacheco, Conga-Crack Ray Barretto, Sänger Pete Rodriguez u. v. m.
Weit über eine Stunde dauert diese 19-teilige Hommage an eine der beeindruckendsten Repräsentantinnen der cubanischen Musikszene. Celia Cruz im Zeitraffer – Zeit, die gut investiert ist.

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