Neue Platten

Alabama 3 - Outlaw

Genre: Country Rock
Label:One Little Indian (Rough Trade)
CD, VÖ: - 23.05.2005

Der letzte Zug nach Mashville scheint ein Perpetuum Mobile zu sein. Er rollt nun schon seit 8 Jahren und die Oberheizer Larry Love und The Very Reverend Dr. D. Wayne Love geben dem Express immer noch feste Zunder. Wir erinnern uns: „U Don’t Dans 2 Tekno Anymore” war im Herbst 1997 der Überraschungssieger im UK-weiten Kontest, welcher Tommy ist der beste Ami. Die Love Brüder und ihre Jünger von Alabama 3, die Stetson-behüteten Sektierer der First Presleyterian Church of Elvis, machten klar das Rennen, die britische Pop-Szene hatte nun endlich ein paar gestandene Counrtry & Western Helden. Promo-Gag erfolgreich umgesetzt und die Erfolgsgeschichte von „Exile On Coldharbour Lane” nahm ihren Lauf.
Wer hätte damals gedacht, daß sich diese spleenige Idee noch bis ins Jahr 2005 über Wasser halten kann. Denn „Outlaw” ist nun schon die vierte Fortsetzung der Erfolgsstory von den Alabama-Brüdern Rob Spragg und Jake Black.
Nur geht es jetzt nicht mehr um das presleyterische Evangelium, sondern die Alabama 3 Posse wandelt ab sofort auf den Spuren der Gesetzlosen, der Verfehmten, kurz den Outlaws dieser Welt und sie schaukeln den Mashville-Express ohne Zwischenstop von Großbritannien direktemang ins Herz von Tennessee. Mit an Bord so prominente Persönlichkeiten wie Bruce Richard Reynolds (the Great Train Robber) und Johnny Cash (the Great Man in Black), zwar nicht als aktiv Mitwirkende, so doch aber als willkommene Inspirationsquellen und wahre Repräsentanten einer Outlaw-Culture. Und folglich jagt hier auch eine Metapher die andere, vom „Gospel-Train“ über „Boxcar-Jumping” bis hin zum Postzug-Raub.
Eine neue musikalische Weichenstellung ließ sich dann auch prompt nicht vermeiden und so rattert der Mashville-Express erst mal mit Hilfe von funky Techno-Beats und reichlich weiblichem Background-Chor in die erste Runde. Doch schon kurze Zeit später gesellt sich smartes Country-Feeling dazu, dröhnt die Mundharmonika, fidelt die Fiedel, plängt die Maultrommel und mit „Hello … I’m Johnny Cash” geht’s dann vollends in die Nashville Hall of Fame.
Leider ist den Zubegleitern gegen Ende der Fahrt etwas die Luft ausgegangen, denn ab Track 9 lassen die Einfälle etwas zu wünschen übrig, bzw wähnt man sich eher in der Holzklasse. Trotzdem: lieber 50 Minuten mit dem Mashville Train unterwegs sein, als 3 Stunden mit dem ICE.

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