Neue Platten

SALM - Something à la Mode

Genre: Dance
Label:Yellow Productions (Rough Trade)
CD, VÖ: - 20.11.2009

Ein Album, das mit ein paar warmen Worten von Karl Lagerfeld eingeleitet wird, sollte niemanden davon abhalten, weiter am musikalischen Ball zu bleiben. Monsieur Stehkragen bleibt bei SALM gottseidank nur eine Randerscheinung, obwohl Thomas Roussel und Yannick Grandjean schon des öfteren nachgesagt wurde, sie seien eng mit Karlchen und der Paiser Modeszene verbandelt. Aber spätestens seit der Sampler-Reihe „Fashion Week”, die in den Jahren 2003 und 2004 als Beschallungsbeispiele für Modeschauen in New York, London, Mailand und Paris die Runde durch die Klubs dieser Welt machten, ist klar, dass eine enge Verbindung zwischen knackiger, trashiger und dancefloor-kompatibler Pop-Musik sowie den internationalen Catwalks besteht. Die Musik von SALM gehört genau in diese Schublade und reicht von technoidem Tanzboden über Elektro-Girlie-Pop bis hin zum Klassik-Verschnitt und zur Chill-Ecke. Und das verwundert nicht, spielen doch die beiden Musikwer hinter SALM mit Vorliebe Instrumente wie Violine und Cello. Die sind dann auch entsprechend oft zu hören, modifiziert und eingerahmt allerdings von moderner Studio-bzw. Festplatten-Elektronik. „String-Elektro” nennt man das dann und es ist cooler als man meinen sollte. Zu den Beats von „Schubert à la Mode” kann man förmlich die klapprigen Models von Chanel bis Cerutti über den Steg staksen sehen und sich bei „5AM” vorstellen, wie sie sich nach getaner Laufarbeit noch schnell ein Salatblatt und einen Vodka Martini im Klub nebenan reinpfeifen. Roussel und Grandjean haben es geschafft, zwei Metiers zusammenzuschrauben, die im Grunde unvereinbar nebeneinander stehen. Die Mischung die daraus entstanden ist, ist so genial wie radikal. In Frankreich hat man für solche Spirenzchen halt schon immer ein glückliches Händchen gehabt.

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