Neue Platten

Global Kryner - Krynology

Genre: Volks-Pop
Label:Lawine/Blanko Musik (Sony/BMG)
CD, VÖ: - 23.05.2005

Ja, ja, die sogenannte „Volksmusik”. Für die einen ein Brechmittel, für andere ein Hochgenuss. „Holla”, denkt sich da der progressiv gepolte Stadl-Musikant, es muß doch verdammt noch mal irgendwo eine Schnittmenge geben. Und so findet man immer wieder sogenannte Hybrid-Kombos, die versuchen, das volkstümliche Element mit dem populären zu kreuzen. Die Glybal Kryner aus Wien sind so welche. Auf der einen Seite gestandene Landler mit dem entsprechenden Instrumentarium an Bord wie Akkordeon und Blechgebläse, auf der anderen Seite sind sie eben auch Anhänger der gängigen Chartsmucke, die sich aus dem gängigen Oldie- bis Partypop-Fundus bedienen, der im Hausfrauen-Radio bis zur komatösen Erschöpfung rauf- und runtergenudelt wird, malträtieren Rockgitarren und croonen uns den smarten Entertainer.
Ein Hase, der also im Pfeffer liegt. Denn würde man sich bei den Krynern nicht vorzugsweise mit abgegriffener Wühltischware wie Britney Spears-, Falco- oder Tina Turner-Covern auseinandersetzen, sondern sich auf ein etwas anspruchsvolleres Repertoire einschießen, so wäre man unter Umständen geneigt, diese Symbiose als halbwegs gelungen zu bezeichnen. Aber so muß man sich schon wieder über die Schüssel beugen, wenn „Rock Me Amadeus” verkrynert wird, „I Can’t Stand The Rain” mit aüßerst wackeligen Brückenschlägen aufwartet oder das Brown’sche „Stop” in eine biergetränkte Wiesn-Zwangsjacke gesteckt wird.
Schade, denn ein Potential für ordentliche Qualität ist durchaus vorhanden. Sängerin Sabine Stieger beispielsweise hat ein bestechendes Organ, um das viele Möchtegern-Piepmätze sie beneiden düften. Und auch die immer wieder aufblitzenden Vokalharmonien gehören zu den Kryner’schen Pluspunkten, genau wie die jazzigen Ambitionen des Trompeters Karl Rossmann.
Trotzdem, es nützt alles nichts. Die Masche mit den Welthits auf Oberkrainer Soundbasis klemmt mehr, als daß sie flutscht und begeistert allenfalls musikalische Aldi-Konsumenten, die Attwenger für einen Hartkäse halten und Calexico für einen Fruchtgummi. So landete erwartungsgemäß auch der eigens für den Eurovision Songcontest geschriebene Titel der Global Kryner abgeschlagen im semifinalen Abseits der Ukraine.

www.globalkryner.com
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