Neue Platten

The Embassadors - Coptic Dub

Genre: Elektro/Dub/Jazz
Label: Nonplace (Groove Attack)
CD, VÖ: - 20.11.2009

Die Parallelen zwischen dem Ruhrpott-Projekt Bohren & Der Club of Gore und dem ersten Track dieser CD sind frappierend. Man möchte meinen, Hayden Chisholm und seine Embassadors waren einmal zu Gast bei einem Konzert der Band aus Mülheim an der Ruhr, die gewollt oder ungewollt, scheinbar nie über einen Geheimtipp-Status hinauskommen. Der neuseeländische Saxophonist Chisholm bläst sein Horn mit einer deratigen Schwermut und einer so unglaublichen Großflächigkeit, dass man an einem Vergleich zu den tiefschwarzen Totenkopfrocker aus Mülheim einfach nicht vorbei kommt. In der Folge allerdings ergeben sich dann doch immer mehr Unterschiede, die die Musik von den Embassadors zu einer sehr abwechslungsreichen Reise durch die elegische Welt der elektro-akustischen Jazzbeats macht, wo es weniger um Solo-Experimente geht, als um die perfekte Kooperation. Und dennoch widerspricht das Zustandekommen dieser zutiefst amtmosphärisch angelegten Klangkollagen einem homogen aufgestellten Bandgefüge: Jochen Rückert und Matt Penman nahmen ihre Bass- und Schagzeugparts in New York auf, Chisholm selbst fertigte seine Hammondorgelspur in Köln und seine Saxophontakes in Berlin an, hinzu kamen Gitarrenarbeiten, die Bruno Müller und Robert Nacken in ihren Heimstudios beisteuerten und zu guter Letzt verband der Kölner Soundfachmann Burnt Friedman das alles zu einem hochkonzentrierten und fest verdichteten Klangpaket, wobei er mit elektrischen Steeldrums und diversen elektronischen Effekten dem Ganzen quasi noch eine schöpferische Krone aufsetzte. „Coptic Dub” besticht durch eine meisterhaft arrangierte Ästhetik, die anders als schnöde, oberflächliche Ambient-Musik, die Tiefen eines intelligenten Klangkosmos auslotet.

www.haydenchisholm.net