Neue Platten

Pär Lammers Trio - Komm doch vorbei

Genre: Jazz
Label: Traumton (Indigo)
CD, VÖ: - 27.11.2009

Ein klassisches Jazz-Trio: Piano, Bass und Schlagzeug. Und doch ticken die Uhren hier etwas anders. Pär Lammers, Marcel Krömker und Benni Wellenbeck geben sich auch auf ihrem dritten Album wieder alle Mühe, dem ambivalenten Thema „Jazz” eine schwerelose Nuance unterzuschieben, die denjenigen Hörer anlocken soll, der sich mit verkopfter Intellekt-Musik etwas schwerer tut. Allzu oft hat man ja schon erlebt, dass melodiöser Schönklang zugunsten von hektischer und vertrackter Improvisation den Kürzeren zieht. Alltagstauglichkeit trifft man im gehobenen Jazz nur selten an. Und genau da setzen Lammers und seine Gesellen an. Die Gefahr, dabei ins Sülzige abzugleiten, besteht indes nicht. Fast alle Stücke dieser CD spielen sich in konsumfreundlicher Länge ab und sind in popähnlicher Struktur aufgebaut. In Verbindung mit freundlicher Melodieführung, einer angemessenen Portion Verspieltheit, einer erfrischenden Prise Songwriter-KnowHow, dem notwendigen Ernst der Professionalität und augenzwinkerndem Humor wird so eine Atmosphäre gezaubert, die zum entspannten Verweilen einlädt. Die Aufforderung „Komm doch vorbei” ergänzt man also gerne mit einem „Da bleib ich doch noch ein Weilchen”. Die hohe Kunst, handwerklich fundierten Jazz mit kompakter Songstruktur und einer mengenkompatiblen Leichtigkeit zu verbinden, beherrscht nicht jeder. Das Pär Lammers Trio ist jedoch dazu in der Lage. Ihm hört man gerne, auch über längere Strecken, zu. Selbst ein etwas „amerikanisch” angehauchtes Stück wie „The Cowshed” kann den positiven Gesamteindruck nicht trüben und die zeitweilige Verstärkung durch ein Gebläse-Trio und einen akustischen Gitarristen bringt zusätzliche Abwechslung mit ins Spiel. Besonders gebauchpinselt fühlen dürfen sich die Schauspieler Steve Buscemi und Joachim Król, denen Lammers je ein Stück gewidmet hat. Beides übrigens sehr eigenwillige, aber durchaus erquickliche Inszenierungen.

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